Vermisse dich jetzt schon – Kajsa Ingemarsson

Schlechter Titel mit sehr gutem Inhalt…

 

Zum Cover:
Das Cover gefällt mir nicht besonders gut. Die Frau, die sich ein großes Plüschherz ins Gesicht drückt, soll wohl einfach nur Liebeskummer symbolisieren. Mir persönlich ist das zu platt. Bei dem Titel „Vermisse dich jetzt schon“ in Kombination mit dem Cover erwartet man eine Liebesgeschichte a la „Wir lieben uns sehr, werden aber durch irgendeinen Umstand getrennt und finden dann wieder zueinander.“ Dies passt leider so gar nicht zum Inhalt des Romans. 
Zum Inhalt:
Annika, 37jährige Ehefrau und glückliche Mutter zweier Kinder, verliebt sich wie ein Teenager in ihren neuen Arbeitskollegen. Rickard schafft es, eine Saite in ihr zum Klingen zu bringen, die Tom schon lange nicht mehr – oder vielleicht noch nie? – angeschlagen hat. Annika ist hin- und hergerissen zwischen perfektem Familienleben und ihren Gefühlen für Rickard. Anfangs noch von Skrupel zurückgehalten, genießt sie dennoch dessen Aufmerksamkeit und lässt sich zu einer Affäre hinreißen, bei der es jedoch nicht „bis zum Äußersten“ kommt, wie die Protagonistin betont, als sie sich gegenüber ihrer Freundin zu rechtfertigen versucht.
Mein Eindruck:
Wie schon zu Beginn erwähnt, geht es in diesem Buch nicht um ewige Liebesschwüre a la Nicholas Sparks (nichts gegen ihn – ich liebe seine Bücher), sondern um die Situation einer mittdreißiger Ehefrau und Mutter zweier Kinder, die unzufrieden mit ihrem Leben und somit empfänglich für die Avancen eines neuen Kollegen ist.
Meines Erachtens wurden die Gefühle der Protagonistin durchaus überzeugend dargestellt. Einerseits liebt sie ihren Mann und ihre Kinder, andererseits fühlt sie sich nur noch als Mutter und nicht mehr als Frau. Dass man dem Charme eines attraktiven Mannes irgendwann nicht mehr widerstehen kann, ist absolut nachvollziehbar und in der Realität wohl auch keine Seltenheit. Die nüchterne Schreibweise hat mir persönlich gut gefallen, weshalb ich mir nun auch ein zweites Buch von Kajsa Ingemarsson gekauft habe.

Insgesamt gibt es von mir 4 von 5 Bücherstapel. Einen Punkt Abzug gibt es für den unpassenden Titel und das Cover – beides spiegelt leider nicht den ernsten Inhalt wider. 

  • Zum Glück sind Geschmäcker verschieden! Bei mir blieb das Aha-Erlebnis beim Lesen aus – einzig den Schluss fand ich dann durchaus gelungen…
    GLG