|Rezension| Wir beide und Er – Alexandra Amber

Außergewöhnliche Story mit spannenden Gedanken über die Liebe

 

Wir beide und Er

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Taschenbuch: 12,90 Euro
Ebook: 2,99 Euro (nur für kurze Zeit!)
Erscheinungsdatum: 01.04.2015
400 Seiten
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„‚Ich habe nichts vermisst mit Ben. Bis zu dem Augenblick, als Jay vor mir stand. Und ich begreife, warum man sagt, dass Suchen gefährlich ist. Weil man dabei manchmal etwas entdeckt, was man gar nicht finden wollte.“ (S. 114)

 

Worum geht´s?

Mia und Ben sind seit sieben Jahren glücklich, auch wenn der Alltag die Schmetterlinge im Bauch inzwischen gezähmt hat. Als Mias erste große Liebe, Jay Stern, wieder auftaucht, bringt er ihr ruhiges Leben gehörig durcheinander. Obwohl es gute Gründe gibt, ihm aus dem Weg zu gehen, kann Mia seiner Anziehungskraft nicht widerstehen.
Doch nachdem sie herausgefunden hat, warum Jay in ihr Leben zurückgekehrt ist begreift Mia, dass Sternschnuppen nun mal eben erst dann leuchten, wenn sie bereits verglühen.

 

Cover und Titel

Das Cover ist mir auf der Leipziger Buchmesse sofort ins Auge gestochen – insofern hat die Autorin schon mal alles richtig gemacht. 🙂 Ich kann nicht mal behaupten, dass ich dieses verwischte Herz auf dem türkisfarbenen Hintergrund besonders schön fände, da diese Farbkombination schon eher ungewöhnlich ist. Im Original ist der türkisfarbene Hintergrund übrigens noch etwas leuchtender als hier abgebildet. Nach der Lektüre des Buches wird klar, dass die weißen Striche vermutlich Sternschnuppen darstellen sollen und der Hintergrund den Himmel. Das ist für diejenigen, die den Inhalt des Romans nicht kennen, aber nur schwer zu deuten.
Die Titelgebung finde ich sehr gelungen: „Wir beide & Er“ ist an Schlichtheit kaum zu überbieten und bringt den Inhalt doch auf den Punkt. Dem interessierten Leser ist sofort klar, dass es sich hier um eine Dreiecksbeziehung handelt und genau das war es letztlich auch, was mich an diesem Roman sofort angesprochen hat.

 

Mein Eindruck

Wie schon oben erwähnt war es die Tatsache, dass es sich bei diesem Roman um eine Dreiecksgeschichte handelt, die mich dazu bewogen hat, ihn zu lesen. Der Einstieg in die Geschichte ist mir Dank Alexandra Ambers flüssigem und lebensnahem Schreibstil sehr leicht gefallen. Die Autorin legt von Anfang an sehr viel Wert darauf, den Leser an der Gefühlswelt der Protagonistin Mia, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, teilhaben zu lassen. Es gelingt ihr meisterlich, Mias Verwirrung, Angst und Zweifel als sie ihrem Exfreund Jay das erste Mal nach 8 Jahren wieder begegnet, zu beschreiben.
Die sich dann entwickelnde Dreiecksbeziehung zwischen Mia, ihrem Ehemann Ben und ihrem Exfreund Jay ist eine sehr außergewöhnliche, die nicht nur Dank ihrer Andersartigkeit unterhält, sondern vor allem auch dazu anregt, über die herkömmlichen Formen von Liebe und Beziehungen nachzudenken. Allein für diesen Ansatz gebührt Alexandra Amber meines Erachtens große Anerkennung. Sie versteckt an vielen Stellen unterschwellige Botschaften, die absolut tiefsinnig sind und die man sich gern irgendwo an die Wand schreiben würde. Man spürt, dass dieses Buch ein Herzensprojekt der Autorin ist. Trotzdem hat mir an manchen Stellen, gerade was die Gefühlswelt Mias betrifft, leider noch ein bisschen mehr Tiefe gefehlt. Gerade wegen der Andersartigkeit der Beziehung erwartete ich noch mehr Hindernisse, Zweifel oder Probleme, sowohl bei den drei Beteiligten als auch aus ihrem Umfeld. Probleme wurden für meinen Geschmack zum Teil zu schnell gelöst; es war zu harmonisch. Das ist vor allem vor dem Hintergrund schade als dass diese Dreiecksbeziehung per se ja schon genug Potential für Probleme liefert.
Der Verlauf der Geschichte ist außerdem ein bisschen vorhersehbar- keine der Entwicklungen kam für mich wirklich überraschend, was wohl auch der Grund dafür ist, dass ich die mitgelieferten Taschentücher im Buchdesign (eine sehr schöne Idee wie ich finde!) nicht benötigt habe.
Das Ende der Geschichte war für meinen Geschmack leider eine Nummer zu dick aufgetragen. Es fehlte an Authentizität. Ich habe überhaupt nichts gegen ein Happy End, aber diese Entwicklungen zum Schluss waren mir zu happy.

 

Mein Fazit: „Wir beide & Er“ ist eine interessante Geschichte über eine ungewöhnliche Liebe, die den Leser dazu animiert, herkömmliche Beziehungsmodelle zu hinterfragen. Alexandra Ambers Schreibstil überzeugt, nur fehlt es der Geschichte für meinen Geschmack an mancher Stelle an mehr Tiefe, so dass bestimmte Handlungen der Protagonisten auf mich nicht authentisch gewirkt haben. Leser, die auf der Suche nach einer Liebesgeschichte sind, die von den üblichen Mustern abweicht, kann dieses Buch aber in jedem Fall empfohlen werden.

Bewertung3

Vielen Dank an Alexandra Amber für dieses Rezensionsexemplar!