|Rezension| Wie ein Stern in der Nacht – Kristin Hannah

Dramatische Geschichte über den Verlust eines geliebten Menschen

 

  Verlag: Ullstein
  Taschenbuch: 9,99 Euro
Ebook: 8,99 Euro
 Erscheinungsdatum: 11.07.2014
  384 Seiten
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Worum geht´s?

Die Fernsehmoderatorin Tully Hart versucht mit aller Kraft, den letzten Wunsch ihrer besten Freundin zu erfüllen: Sie kümmert sich liebevoll um deren Tochter Marah. Bis ein tragischer Autounfall alles ändert – Tully liegt im Koma. Ihre Mutter Dorothy steht Tully tapfer bei. Doch auch die Erinnerung an Kate bleibt für Tully lebendig und gibt ihr Kraft weiterzuleben.

Cover und Titel

Das Cover von „Wie ein Stern in der Nacht“ ist meines Erachtens eins der schönsten von Kristin Hannahs Romanen. Das Motiv an sich ist wunderschön und matt gehalten, wohingegen die Schrift und die Teelichthalter glänzend hervorgehoben werden, was auf der Abbildung hier gar nicht so rüberkommt.
Der Titel…nun ja…an sich klingt er nach einem Nicholas Sparks Roman und ist nicht besonders einprägsam. Was mich aber am meisten daran stört, ist der nicht vorhandene Zusammenhang mit dem Inhalt des Buches. Ein Titel sollte den Inhalt des Buches zumindest ansatzweise widerspiegeln und das ist hier leider nicht der Fall. Der Originaltitel „Fly away“ ist in diesem Fall (wie so oft) aussagekräftiger.

Mein Eindruck

„Wie ein Stern in der Nacht“ ist die Fortsetzung von dem 2009 erschienenen Roman “Immer für dich da”. Da ich diesen noch nicht kannte und es eigentlich nicht mag eine Reihe in „falscher Reihenfolge“ zu lesen, wollte ich den ersten Teil noch vorher lesen, habe es aber zeitlich nicht geschafft. Alle potentiellen Lesern, denen es genauso geht, kann ich beruhigen: man findet sich dank Kristin Hannahs Talent ihre Figuren so zu gestalten, dass man sich leicht in sie hineinversetzen kann, sofort in der Geschichte zurecht. Der für die Autorin so typische fesselnde Schreibstil, der durch eine klare, einfache Sprache unterstützt wird, führt dazu, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann. Anspruchsvoll wird der Roman durch verschiedene Handlungsstränge, Perspektivwechsel und Zeitsprünge, denen es zu folgen gilt. Obwohl diese kaum angezeigt werden (durch Überschriften, Schriftartwechsel, etc.) hatte ich keine Mühe der Geschichte zu folgen, sondern bekam als Leser durch die vielen Rückblicke in Tullys Vergangenheit die Gelegenheit bestimmte Zusammenhänge besser zu verstehen und intensiver in die Geschichte einzutauchen.

Was mich ein bisschen gestört hat, war die Tatsache, dass die Autorin dieses Mal zu viele ernste Themen mit einmal verarbeitet. Während es in ihren Vorgängerromanen meist ein zentrales Thema gibt, wurden hier viele Themen angeschnitten, aber aufgrund der Vielfältigkeit nicht vertieft. So ging es in diesem Roman bspw. um Liebe, Freundschaft, Tod, Trauerbewältigung, Familie, häusliche Gewalt, sexuelle Gewalt, Drogen- und Alkoholmissbrauch und Depression. Das war einfach zu viel des Guten, weshalb mich dieser Roman auch emotional nicht so berührt hat wie die anderen Romane von Kristin Hannah bei denen ich schon oft Tränen vergießen musste. Durch diese „schweren“ Themen ist die Grundstimmung im Buch zumindest in den ersten 2 Dritteln eher bedrückend- das sollte man wissen, falls man sich diesen Roman als leichte Urlaubslektüre ausgesucht hat.

Mein Fazit: Kristin Hannah erzählt in „Wie ein Stern in der Nacht“ eine Geschichte über den Verlust eines geliebten Menschen und die verschieden Formen des Umgangs mit Trauer. Durch detaillierte Personenbeschreibungen und wechselnde Zeiten und Perspektiven gelingt es ihr scheinbar mühelos, den Leser in die Geschichte zu integrieren, so dass man sich als Teil derer und nicht nur als stiller Beobachter fühlt. Auch wenn mich dieser Roman nicht so berührt hat wie die anderen Romane der Autorin, ist er gerade für Kristin Hannah Fans ein Muss.

 Bewertung4

 

Vielen Dank an den Ullstein Verlag und vorablesen.de für dieses Rezensionsexemplar!