|Rezension| Was am Ende noch so bleibt – Babsy Tom

Nette Geschichte, unpassende Erzählerin

 

Erzählerin: Dana Geissler
Taschenbuch: 9,99 Euro
Ebook: 4,99 Euro
Hörbuch: 4,95 Euro
Erscheinungsdatum: 22.01.2015
Spieldauer: 6 Stunden 40 Minuten
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Worum geht´s?

Beate hat es satt: Sie lebt eine Ehe, die schon lange keine mehr ist. Auf den Tag genau hat sie seit 365 Tagen die bedrückende Gewissheit, dass Martin sie heimlich betrügt, mit Susanne. Nach einem Jahr des Erduldens und des vergeblichen Hoffens auf ihr persönliches Happyend sieht sie ein, dass sich von allein ja doch nichts ändert. Sie verlässt ihren ohnehin nicht mehr sicheren Hafen und traut sich, an der Tür ihrer Rivalin zu klingeln.

Auch Susanne ist verheiratet, und zwar mit Jacob, der ihr an diesem Abend die Tür öffnet. Beate findet ihn äußerst anziehend. Sie muss erkennen, dass auch er – genau wie sie selbst – darauf vertraut, dass sich seine Frau eines Tages besinnt und zu ihm zurückkehrt. Was Beate hingegen als Einzige aller Beteiligten nicht weiß, ist, dass die Geliebte ihres Manns ein tragisches Geheimnis hütet… ein Geheimnis, das über kurz oder lang das Leben aller verändert und auf den Kopf stellt…

 

Cover und Titel

Das Cover von „Was am Ende noch so bleibt“ hat mich aufgrund seiner Schlichtheit angesprochen. Mir gefällt, dass man die Frau im Vordergrund nur von hinten sieht und das restliche Bild nur von der Skyline unserer Hauptstadt – unschwer am Fernsehturm zu erkennen – ausgefüllt wird. Damit wird von der Handlung gerade so viel verraten, dass man neugierig wird: Frau mittleren Alters in Berlin…

„Was am Ende noch so bleibt“ ist ein wunderbarer Titel für die Geschichte. Er ist nicht romantisch verklärt, macht neugierig und beschreibt mit wenigen Worten genau das, worum es in diesem Roman geht.

 

Mein Eindruck

„Was am Ende noch so bleibt“ ist seit Jahren das erste Hörbuch, welches ich zu Ende gehört habe. Dies spricht schon mal erheblich für Babsy Toms Geschichte über zwei Paare, aus denen ein neues Paar entsteht. Wie der Klappentext schon verrät, hat Beates Mann Martin eine Affäre mit Susanne, die wiederum mit Jacob verheiratet ist. Sowohl Susanne als auch Jacob wissen von der Affäre und dulden sie – allerdings aus unterschiedlichen Gründen.

Damit liefert die Autorin eine spannende Ausgangssituation, die mich neugierig gemacht hat und mich trotz der Stimme der Sprecherin, die ich von Anfang an als unpassend empfand, zum weiterhören animiert hat. Auch die Art der Betonung – oder in diesem Falle eher der fehlenden Betonung – hat mir nicht gefallen. Gerade wenn in einem Buch „Regieanweisungen“ wie „Lachend sagte sie…“ auftauchen, erwarte ich, dass die Sprecherin eben jenes lachend vorliest. Dana Geissler liest den gesamten Roman leider sehr monoton.

Erzählt wird aus der Ich-Perspektive der Hauptfiguren Susanne, Martin, Beate und Jacob. Obwohl zu Beginn die Sympathien klar verteilt sind (diejenigen, die ihre Partner betrügen, werden verflucht und mit den beiden Betrogenen leidet man mit), gelingt es der Autorin durch die Perspektivwechsel die Sympathien zu verschieben. Sie zeigt, dass nicht immer alles so ist wie es auf den ersten Blick scheint und weckt Verständnis für zunächst unverständliches Verhalten.

Die Geschichte ist keine typische Liebesgeschichte a la „Ob sie am Ende zusammenkommen?“, sondern vielmehr steht das im Mittelpunkt was der Titel verspricht: Was am Ende noch so bleibt. Was erwartet ich vom Rest seines Lebens? Bin ich glücklich? Was würde mich glücklich machen? Mit diesen Fragen müssen sich früher oder später alle vier Protagonisten auseinandersetzen und jeder findet darauf ganz individuelle Antworten.

Das Ende konnte mich leider gar nicht überzeugen, da es für meinen Geschmack zu weit hergeholt und damit unglaubwürdig war. Das sehr glückliche Ende passte einfach nicht zum restlichen dramatischen und oft auch tiefsinnigen Verlauf der Geschichte.

 

Mein Fazit:
„Was am Ende noch so bleibt“ ist eine etwas andere Liebesgeschichte, die durch interessante Charaktere und einen spannenden Verlauf überzeugt, bei dem mich nur das abrupte Happy End gestört hat. Außerdem ärgere ich mich, dass ich diesen Roman gehört und nicht gelesen habe, da die Sprecherin für diesen Roman mit ihrer monotonen, tiefen Stimme meiner Meinung nach eher ungeeignet war.
 Bewertung3

 

Weitere Rezensionen zum Buch:
  • Lotta

    Liebste Evi,
    ich hasse das auch total, wenn ich ein Hörbuch höre und merke, dass der Sprecher oder die Sprecherin einfach nicht zum Buch passen oder eben auch irgendwas machen, eine Eigenschaft beim Sprechen haben, die mich einfach wahnsinnig macht. Katastrophe. An sich klingt das Buch gar nicht schlecht, ist mir aber momentan zu schwer. Ich lese gerade einen Thriller und auch das ist mir eigentlich zu schwer. Ich brauche mehr leichte Liebe. xD

    Liebst, Lotta