|Rezension| Until we fly. Ewig vereint – Courtney Cole

Der dramatischste Teil der „Beautifully Broken“-Serie!

 

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Verlag: Knaur
Taschenbuch: 8,99 Euro
Ebook: 8,99 Euro
Erscheinungsdatum: 01.04.2015
336 Seiten
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The Beautifully Broken Series:
4) Until we fly. Ewig vereint
“ ‚Mutig zu sein, das heißt nicht, keine Angst zu haben, Nora‘, erklärt Brand und begegnet meinem Blick mit seinen ozeanblauen Augen. ‚Es bedeutet, Angst zu haben und es trotzdem zu tun.‘ “ (S. 71)

 

Worum geht´s?

Als Ex-Soldat Brand in seine Heimatstadt zurückkehrt, muss er sich wohl oder übel der Vergangenheit stellen, vor der er vor Jahren geflohen ist: Seiner Mutter, die ihn nie geliebt hat – und der jungen Nora, die sich seit der Highschool nach ihm verzehrt. Noras feuriges Temperament überwältigt Brand, doch sie hat ein dunkles Geheimnis, das ihrer beider Liebe zu zerstören droht.

Cover und Titel

Vergleicht man alle (deutschen) Cover der „Beautifully Broken“-Serie würde ich dieses als zweitschönstes kategorisieren, weil es weniger „versext“ ist, als jene von Band 1 und 2. Das Cover von Band 3 hat mir mit Abstand am besten Gefallen. Ansonsten ist es ein typisches New Adult Cover:  Mann und Frau in zärtlicher/erotischer Geste vereint. Die Farbgebung mit dem rosafarbenen Titel fügt sich gut in die Reihe ein.
Der Originaltitel wurde wie bei den drei vorhergehenden Bänden beibehalten und durch einen deutschen Untertitel ergänzt. Bei diesem 4. Teil nimmt der englische Titel das erste Mal 100%igen Bezug zum Inhalt. Das war sonst nicht der Fall. Die anderen Originaltitel waren zwar auch passend, aber nicht so metaphorisch wie „Until we fly“. Wer das Buch gelesen hat, wird wissen worauf er anspielt. Der Untertitel „Ewig vereint“ ist mal wieder überflüssig und überhaupt nicht aussagekräftig, aber das war auch bei den anderen drei Bänden der Fall.

 

Mein Eindruck

Da es sich bei „Until we fly“ um den vermutlich letzten Band der „Beautifully Broken“-Serie handelt, erwartete ich als Fan der Serie selbstverständlich einen furiosen Abschluss. Umso überraschter war ich, dass dieser 4. Teil 100 Seiten kürzer ist als der vorhergehende 3. Band. Aber das muss ja nichts heißen. Man kann auch auf 300 Seiten eine mitreißende Geschichte erzählen.
Die Geschichte des ehemaligen Soldaten Brand, den man schon als Nebenrolle aus den dem Vorgängerroman „Before we fall“ kennt, und der Jura-Absolventin Nora beginnt gleich höchst dramatisch. Bei ihrer ersten Begegnung nach mehreren Jahren rettet der starke Brand ihr heldenhaft das Leben. Ehrlich gesagt war mir das für den Anfang ein wenig zu dick aufgetragen und nah an der Kitschgrenze. Dafür wurde es danach umso besser. Erzählt wird übrigens wieder abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten, was vor allem bei den vielen Versuchen Noras, Brand durch ihre körperlichen Reize für sich zu gewinnen, äußerst amüsant ist.
Typisch für dieses Genre haben Brand und Nora jeweils eine sehr schwierige Vergangenheit, die sie voreinander geheimhalten, was natürlich nur eine gewisse Zeit funktioniert. Bei der Auswahl der Probleme hat Courtney Cole dieses Mal so richtig harten Tobak gewählt. Zwei derart brisante Themen in einem Roman zu verarbeiten ist wirklich kein Leichtes. Dies gelingt der Autorin jedoch scheinbar mühelos und vor allem glaubhaft. Zweifelsohne war der Plot spannend und gerade zum Ende hin blieb mir beim Lesen fast die Luft weg. Zum Schluss wird der Leser nämlich noch mit einigen wirklich krassen Wendungen bzw. unvorhersehbaren Ereignissen überrascht. Trotzdem hätte es mir besser gefallen, die Autorin hätte zumindest einen ihrer Protagonisten mit einem nicht ganz so brisanten Problem ausgestattet- einfach für die Glaubwürdigkeit der Geschichte insgesamt.
Aufgefallen ist mir in diesem 4. Band außerdem, dass die Quantität der erotischen Szenen deutlich zugenommen, die Qualität dafür ein wenig abgenommen hat. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass der Autorin langsam die Ideen bei der Beschreibung der erotischen Szenen ausgehen (was meines Erachtens bei 4 Bänden New Adult absolut verständlich ist). Natürlich waren sie nach wie vor mit schönen, prickelnden Worten beschrieben, nie zu derb oder zu seicht, dafür aber insgesamt doch immer sehr kurz abgehandelt. Das hat mir vor allem bei „Before we fall“ viel besser gefallen.

 

Mein Fazit: Bei „Until we fly“ wirft Courtney Cole alle Zutaten für einen gelungenen New Adult Roman in die Waagschale, um ihrer „Beautifully Reihe“-einen würdigen Abschluss zu bieten: zwei Charaktere mit heftigen Probleme, jede Menge Drama, viele Sexszenen und einem überraschenden Ende.  Ich hatte stellenweise das Gefühl, die Autorin will in diesem vermutlich letzten Reihe der Serie zu viel: die Hintergründe der beiden Protagonisten waren schon sehr harter Tobak- manchmal ist weniger doch mehr. Für mich ist „Until we fly“ nicht der beste Band der Reihe, aber dennoch mehr als lesenswert.

Bewertung4

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!