|Rezension| Über uns der Himmel – Kristin Harmel

Genauso schön wie „Solange am Himmel Sterne stehen“

 

 

Über uns der HimmelVerlag: blanvalet
Taschenbuch: 9,99 Euro
Ebook: 8,99 Euro
Erscheinungsdatum: 16.03.2015
448 Seiten
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„Ich glaube, ein Leben, in dem du dein Herz nicht für die Dinge aufs Spiel setzt, auf die es ankommt, ist eigentlich kein Leben, das es wert ist, gelebt zu werden.“  (S.291)

 

Worum geht´s?

Die junge Kate Waithman lebt mit ihrer großen Liebe Patrick in Manhattan. Eines Morgens geht sie am Hudson River joggen, als plötzlich ein Flugzeug den Himmel durchbricht. Momente später ist das World Trade Center in Rauch gehüllt. Es ist das Gebäude, in dem Patrick arbeitet …

Dreizehn Jahre später fühlt sich Kate endlich bereit, ihr Herz wieder zu öffnen. Doch dann hat sie einen Traum, der realer scheint als alles, was sie umgibt – von dem Leben, das sie mit Patrick gehabt haben könnte. Während sie versucht, an der Vergangenheit festzuhalten, beginnt Kate zu ahnen, dass es für sie einen zweiten Weg zum Glück geben könnte …

 

Cover und Titel

Bei diesem Buch muss ich in dieser Kategorie wirklich mal Dampf ablassen. Wie kann man einen wunderschönen Originaltitel („The Life Intended“) und ein traumhaft passendes Originalcover nur so verhunzen? Ja okay, diese orangefarbene abgebildete Blüte passt zum Cover von „Solange am Himmel Sterne stehen“ (aber das war auch schon unpassend), aber was haben bitte eine Blume und der Titel „Über uns der Himmel“ mit dem Inhalt zu tun? Absolut nichts. Beides hat leider gar keine Aussagekraft und das ist so schade, weil der Roman es nicht verdient hat, durch seine Gestaltung so degradiert zu werden. Hätte ich nicht „Solange am Himmel Sterne stehen“ von Kristin Harmel gelesen, hätte ich nie zu diesem Roman gegriffen.

 

Mein Eindruck

Wie schon oben erwähnt, hat mir der Debütroman „Solange am Himmel Sterne stehen“ von Kristin Harmel sehr gut gefallen, weshalb ich mir ihr neuestes Werk „Über uns der Himmel“ nicht entgehen lassen wollte.
Der Einstieg in die Geschichte hat mich sofort gefesselt. Die Protagonistin Kate schildert aus ihrer Perspektive die letzten Stunden mit ihrem Mann Patrick, der bei den Anschlägen des 11. September 2001 in einem der Türme des World Trade Centers ums Leben kommt. Mit sehr viel Einfühlungsvermögen und Authentizität wird dem Leser Kates Gefühlswelt, ihre Trauer über den Verlust ihres Lebenspartners vermittelt. Die besondere Beziehung der beiden nimmt einen von Anfang an gefangen. Und so wundert es einen nicht, dass Kate auch 13 (!) Jahre später – trotz neuem Partner – den Tod ihres Mannes noch nicht verwunden hat. Sie ist eine wunderbare, glaubwürdige Protagonistin mit Ecken und Kanten, die man nur allzu gern auf ihrem Weg heraus aus der Trauer begleitet.
Auch sprachlich hat mich die Autorin mit „Über uns der Himmel“ überzeugt. In einer sehr bildhaften, flüssigen Sprache geleitet sie den Leser durch knapp 450 Seiten von denen keine Seite zu viel ist.
An besonderer Qualität gewinnt diese Geschichte neben der Verarbeitung von Themen wie Tod, Trauer und Liebe durch die vielen authentischen Details über Spezialthemen wie z.B. Musiktherapie und Gehörlosigkeit. Auch wenn ich auf beiden Gebieten ein Laie bin, merkt man, dass diesem Roman eine aufwendige Recherche zugrunde liegt.
Obwohl ich ein Fan von möglichst realistischen Geschichten bin, hat mich dieser Plot, der durchaus manchmal übersinnliche Züge hat, wirklich begeistern können, da Kristin Harmel gerade durch diese Elemente eine so große Spannung aufbaut, die mich diesen Roman hat verschlingen lassen. Man weiß ziemlich lange nicht was die Autorin mit diesen Elementen bezweckt und wie weit sie noch in die übersinnliche Schiene driftet. Genau dies macht den Reiz des Plotes aber aus.
Genau wie der Anfang ist auch das Ende der Geschichte sehr emotional – da ist definitiv das ein oder andere Taschentuch gefragt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Leser gibt, die von diesem Roman nicht in irgendeiner Weise berührt sind bzw. für sich selbst etwas aus diesem Plot mitnehmen können.
Mein Fazit: Mit „Über uns der Himmel“ knüpft Kristin Harmel an die Erfolge von „Solange am Himmel Sterne stehen“ an. Ihre Geschichte einer Witwe, die auch 13 Jahre nach dem tragischen Tod ihres Mannes, diesen Verlust nicht verwunden hat, überzeugt durch eine wundervolle Protagonistin, einen spannenden, berührenden Plot und gut recherchierten Fakten zu Spezialthemen. Wer den Debütroman der Autorin mochte, wird auch „Über uns der Himmel“ lieben. Wer beide noch nicht gelesen hat, sollte das nun schleunigst nachholen!

bewertung5

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag und das Bloggerportal für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

 

  • Alexandra

    „…hat mich dieser Plot, der durchaus manchmal übersinnliche Züge hat, wirklich begeistern können, da Kristin Harmel gerade durch diese Elemente eine so große Spannung aufbaut, die mich diesen Roman hat verschlingen lassen.“ JA, JA, JA! Ich stimme voll und ganz zu! Bereits nach den ersten Seiten hat dieses Buch eine absolute Sogwirkung auf mich ausgeübt, was zum einen an der o.g. Tatsache und zum anderen am absolut flüssigen Schreibstil liegt, von dem ich mich in die Unendlichkeit tragen lassen könnte. Nach einigen wenigen Exemplaren endlich mal wieder ein Verschlingerli! <3

  • Lottas Buecher

    Hallöchen meine liebste Evi,
    ich habe mir jetzt deine Rezi noch durchgelesen, weil du mir gesagt hast, dass du das Buch so schön fandest. Du hast eine wirklich wunderbare Rezension geschrieben, aber trotzdem werde ich dieses Buch sicherlich nicht lesen darf ist es einfach nicht so meine Thematik. Ich denke, ich würde mich da wohl schnell langweilen. :/

    Liebst, Lotta