|Rezension| Radiergummitage – Miriam Pielhau

Nette Unterhaltung, aber wohl eher für Frauen ab 35…

Dumont Verlag
Taschenbuch: 9,99 Euro
Ebook: 7,99 Euro
Erscheinungsdatum: 21.05.2014
352 Seiten
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„Früher habe ich mir und anderen ein ‚Ach, wird schon‘ oder ‚Wird schon gut gehen‘ immer geglaubt. Heute ist klar: Es wird eben nicht immer schon. Und erst recht nicht gut. Formschöner Vertrauensverlust ins Leben. Voilá: Risiko des Älterwerdens.“  (S. 164f.)

Worum geht´s?

Maja Pauly ist Schauspielerin am Braunschweiger Theater. Nicht Berlin. Nicht München. Braunschweig. Und Maja ist Single. Nicht verzweifelt. Nicht unglücklich. Aber ungern. Alles in allem ist ihr Leben eher so mittel. Mittel bis gut. Nicht mittel bis schlecht. Doch dann steht der 35. Geburtstag an. Und Maja hasst die große 35 mit auch für sie selbst nicht ganz nachvollziehbarer, dafür aber umso heftigerer Inbrunst. Damit dieses Unglücksjahr am Ende kein verlorenes war, beschließt sie, sich selbst Aufgaben zu stellen, sich herauszufordern. Der Plan lässt sich gut an. Doch nach den ersten drei Missionen findet sie plötzlich eine vierte im Briefkasten und die hat es ganz schön in sich. Hat Edu, ihr neurotischer, sexbesessener Kollege vom Theater, in den sie heimlich verliebt ist, etwas damit zu tun? Oder versucht sich Exlover Karl wieder in ihr Leben zu schleichen? Wer sich da einmischt, wird sie erst am Schluss herausfinden. Als sie sich findet. Und noch etwas mehr …

Cover und Titel

Cover und Titel sind definitiv ein Hit! Das „Woll-Herz“ auf dem Cover ist quasi mit 3D Effekt – man könnte meinen, es wäre wirklich Wolle. Schön ist außerdem der Naturlook durch die die Bleistift-Schrift und die Mattheit des Covers. Matte Buchdeckel bei Taschenbüchern sind ja wirklich selten.
Der Titel „Radiergummitage“ gefällt mir ausgesprochen gut: er hebt sich von den üblichen Frauenroman-Titeln ab und macht vor allem eins: neugierig! Ich wollte unbedingt wissen, was es damit auf sich hat.

Mein Eindruck

Wieder mal eine Moderatorin, die einen Roman veröffentlicht… Das war mein erster Gedanke als ich von Miriam Pielhaus Buch erfuhr. Der Klappentext hatte mich von vornherein nicht soooo angesprochen, dafür Cover und Titel umso. Die Idee der „Radiergummitage“, die zugleich Namensgeber des Romans wurden, finde ich ausgesprochen originell. Schade nur, dass sie bis auf deren Erläuterung zu Beginn der Geschichte eigentlich sont keine Rolle mehr spielen. Der Titel ist demnach nicht wirklich symptomatisch für den Inhalt. Aber er macht neugierig auf das Buch und damit hat der Verlag ja schon gepunktet.
Wirklich herausragend an diesem Roman ist Miriam Pielhaus Sprache. Sie strotzt förmlich vor Kreativität, Wortwitz und Klugheit. Wow!
Nun kommt leider das große „Aber“. Es gibt aus meiner Sicht zwei Kritikpunkte: Zum einen ist die Geschichte leider extrem klischeebeladen. Um nicht zu spoilern, kann ich hier leider nicht ins Detail gehen, aber es hat mich teilweise wirklich genervt wie vorhersehbar bestimmte Szenen waren (inklusive des Endes). Der zweite Kritikpunkt, der allerdings zugegebenermaßen sehr subjektiv ist, ist die Tatsache, dass ich mich leider überhaupt nicht in die Protagonistin hineinversetzen konnte und somit keinen richtigen Zugang zu der Geschichte gefunden habe. Maja Pauli war mir so fremd- ihre Probleme, ihre Gefühle, ihr Alltag – und ich bedauere das wirklich sehr. Liegt das wirklich nur am Alter (ich bin Ende 20) – ich weiß es nicht. Jedenfalls hat es dazu geführt, dass ich diesem Roman leider nur 3 Bücherstapel geben kann, da er mich gar nicht berührt hat.
Mein Fazit: Miriam Pielhaus Roman ist ein unterhaltsamer Frauenroman, der vor allem durch seinen ausgefeilten und witzigen Sprachstil besticht, weniger durch die Handlung, die für meinen Geschmack einfach zu klischeebeladen war.
Bewertung3
Ganz herzlichen Dank an den Dumont Verlag für dieses Rezensionsexemplar!
  • Danke für die Rezi ♥ ich mag Miriam Pielhau… und ich bewundere sie für den Umgang mit ihrer Erkrankung. Aber muss jetzt jeder Bücher schreiben? Das Buch würde ich lesen, würde ich es geschenkt bekommen, kaufen würde ich es mir nicht.
    Liebe Grüße
    Claudia