|Rezension| Paris ist immer eine gute Idee – Nicolas Barreau

Nette Geschichte, die durch ihr Ende Charme einbüßt

 

Paris ist immer eine gute IdeeVerlag: Piper
Übersetzung: Sophie Scherrer 
Taschenbuch: 9,99 Euro
Ebook: 9,99 Euro
Hörbuch: 10,95 Euro
Erscheinungsdatum: 07.12.2015
384 Seiten
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„Seufzend stellte Catherine die weiße Porzellanform mit der duftenden Quiche auf dem großen ovalen Tisch ab, der nur für zwei gedeckt war, und dachte wieder einmal, dass sie kaum jemanden kannte, auf den der Name Rosalie so wenig zu passen schien. Sie hatte damals, während der Schwangerschaft, ein zartes Mädchen vor Augen gehabt, blond wie sie selbst, höflich, sanft und irgendwie…liebreizend. Das alles war Rosalie auf jeden Fall nicht.“ (S. 9)

 

Worum geht´s?

Wenn Rosalies Lieblingsfarbe nicht Blau gewesen wäre, hätte sie vielleicht niemals die Geschichte »Der blaue Tiger« illustriert und das Buch in das Schaufenster ihrer kleinen Papeterie gelegt. Sie hätte niemals den Literaturprofessor mit den azurblauen Augen kennengelernt, der aufgebracht hereinstürzte, einen Postkartenständer umwarf und sie beschimpfte, ihm die Geschichte gestohlen zu haben. Sie hätte nie vor einem Rätsel gestanden. Sie hätte nie nach der Wahrheit gesucht. Und sie hätte – wer weiß? – vielleicht den glücklichsten Moment ihres Lebens verpasst.

 

Cover und Titel

Hach, dieses Cover ist einfach typisch französisch – typisch Paris und damit sehr passend zum Titel „Paris ist immer eine gute Idee“. Man sieht auf den ersten Blick, dass es sich hier um einen Liebesroman handelt, obwohl kein sich küssendes Paar abgebildet ist. Trotzdem erzeugt es eine romantische Stimmung, vor allem durch den verträumten  Gesichtsausdruck der abgebildeten hübschen jungen Frau. Außerdem passt es ausgezeichnet zu den bisher von Barreau im Piper Verlag erschienenen Romanen.

Der Titel an sich spricht mich zugegebenermaßen wenig an. Wäre der Roman nicht von Nicolas Barreau, hätte ich ihm vermutlich keine Beachtung geschenkt. Zwar passt die Titelgebung gut zum Inhalt, aber für sich allein ist sie wenig ansprechend bzw. aussagekräftig.

 

Mein Eindruck

„Paris ist immer eine gute Idee“ ist mein dritter Roman Barreau-Roman. Ich liebe den französischen Charme seiner Geschichten, das Pariser Flair und die romantischen Storys. 

Zumindest die ersten beiden typischen Merkmale für Nicolas Barreaus Romane findet man auch in seinem neuesten Werk. Wieder einmal fühlt man sich als wäre man mitten Paris, sieht die kleinen Straßencafes vor sich und den Eiffelturm. Der Autor schafft es immer wieder durch kleine stimmige Details eine zauberhafte Atmosphäre zu schaffen, so dass man am liebsten ins nächste Flugzeug nach Frankreich steigen möchte.

Was die romantische Story angeht – nun ja. Ich muss es leider vorweg nehmen: Ich war etwas enttäuscht. Prinzipiell bietet die Geschichte unheimlich viel Potential und ist außerdem noch originell. Im Mittelpunkt des Geschehens steht ein Kinderbuch, durch die die Protagonisten über Umwege zusammenfinden. Diese Idee hat mir unheimlich gut gefallen. Auch die Protagonisten sind sympathisch, wenn auch nicht besonders originell in ihren Charakteren.

Aber die Liebesgeschichte ist von Anfang bis Ende vorhersehbar, bietet keine überraschende Wendungen und trieft förmlich vor Kitsch und Klischee. Ein gewisses Maß an Klischee ertrage ich in Liebesromanen eigentlich ganz gut. Man kann nun mal das Rad nicht ständig neu erfinden und die Grenze zwischen Romantik und Kitsch ist schmal.  Wäre dieses Ende nicht gewesen, hätte ich dem Roman vermutlich noch das Gesamturteil „gut“ gegeben. Aber dieses durch und durch übertriebene, unglaubwürdige und vor Kitsch nur so triefende Ende hat mich so enttäuscht, dass ich „Paris ist immer eine gute Idee“ leider nur als mittelmäßig bewerten kann.

Mein Fazit: Mit seinem neuesten Roman „Paris ist immer eine gute Idee“ konnte mich Nicolas Barreau dieses Mal nicht überzeugen. Zwar ist auch in dieser Geschichte der wunderbare von Barreau gewohnte französische Charme vorhanden und die Idee des Plots ist durchaus originell, aber verschenkt sein Potenzial durch schwache, klischeehafte Charaktere und vorhersehbare Entwicklungen.

 

Bewertung3

 

Vielen Dank an den Piper Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

 

Weitere Rezensionen zum Buch:
  • Lotta

    Hallöchen meine liebste Evi,
    wir sind uns mal wieder einig. Manchmal muss es eben kitsch sein und dann kommt so ein Barreau oder ein Sparks genau richtig, wie ich finde. Aber dieses war irgendwie alles ein bisschen too much. Es konnte mich nicht wirklich gefangen nehmen, trotz dem wirklich wunderschönen Setting. Es ist sehr schade.
    Aber ich bin froh, dass wir es mal wieder gleich sehen. 😉

    Liebst, Lotta

    • booksinmyworld

      Liebste Lotta,

      das hast du wie immer sehr schön gesagt bzw. geschrieben. Es darf ruhig ein bisschen kitschig sein, aber hier war’s zu viel des Guten. Leider! Aber ich werde Barreaus nächsten Roman sicher trotzdem wieder lesen 🙂

      Liebste Grüße
      deine Evi