|Rezension| Make it count. Dreisam – Ally Taylor

„Dreisam“ bietet Emotionen hoch drei – mein Herbsthighlight 2014

 

copyright: freytag Literatur

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Verlag: freytag Literatur
Taschenbuch: 9,90 Euro
Ebook: 2,99 Euro
Erscheinungsdatum: 20.08.2014
356 Seiten
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„Wir sind einander so nah, wie man es einem anderen Menschen nur sein kann. Wie ein Versprechen. Oder ein Traum, der gerade wahr wird, von dem wir aber nicht wissen, wie lange wir ihn träumen können. Aber in dieser Sekunde ist er echt. (…) So, als dürfte mein Körper nun endlich das tun, was mein Herz bereits seit dem Moment darf, als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe. Ihn lieben.“ (S. 182)

Worum geht´s?

Auch in diesem Sommer arbeiten Julie und ihre beste Freundin Caroline wieder im Main & Carmichael Resort in Oceanside. Carolines Freund Lucas und Julies bester Freund Kyle begleiten sie, um sich selbst auch etwas dazuzuverdienen. Alles wäre wie immer, wenn Julie nicht kurz vor ihrer Abreise an die Columbia University vor drei Monaten mit Kyle geschlafen hätte.
Diese eine Nacht steht zwischen ihnen. Und sie hat Fragen aufgeworfen: Was verbindet sie? Ist es nur Freundschaft? Oder vielleicht doch Liebe? Als Julie in Oceanside ankommt, ist sie sich sicher, dass Kyle der Richtige für sie ist. Doch dann begegnet sie Jake und nichts ist mehr so, wie es war. Julie versucht, die knisternde Spannung zu ignorieren, aber die Anziehung ist stärker. Doch was sich so gut anfühlt, könnte böse enden, denn Julie weiß nicht, wer Jake wirklich ist …

 

Cover und Titel

Was will man zu diesem Cover sagen? Es ist traumhaft schön, passt hervorragend zum Inhalt und zu den bisher erschienen Make it count – Titeln. Ich liebe es! Mir gefällt es sogar noch besser als das „Gefühlsgewitter“-Cover (und das ist schon toll!), weil die abgebildeten Personen mal nicht oberkörperfrei sind, wie es bei vielen New Adult-Covern der Fall ist. Auch der Titel ist zum 100% mit dem Inhalt kompatibel, zumal es im Buch ein wunderbares Zitat dazu gibt: „Dreisam ist furchtbar. Aber einsam ist auch beschissen.“ (S. 225).

 

Mein Eindruck

Da Ally Taylor mich mit ihrem ersten Make it count-Band „Gefühlsgewitter“ absolut von den Socken gehauen hat und dieser sogar den Sprung in meine persönliche Top10-Liste geschafft hat (hier gibt´s meine Rezension), waren meine Erwartungen an „Dreisam“ natürlich sehr hoch. Ein Blick auf die Inhaltsbeschreibung klang schon sehr vielversprechend. Es geht also um eine verzwickte Dreiergeschichte. Zugegeben: damit erfindet die Autorin das Rad nicht neu- aber sie erzählt es neu und das auf eine unglaublich schöne Weise. Ihre Perspektivwechsel der Protagonisten Julie, Jake und Kyle ermöglichten mir als Leser einen Blick in Gedanken- und Gefühlswelt der drei. Sie führen dazu, dass man mit jedem mitfühlen kann und machen diesen Roman zu einer emotionalen Achterbahn: von Schmetterlingen im Bauch bis hin zu tiefer Trauer und dem Gefühl alles Bedeutsame verloren zu haben, ist alles dabei. Ally Taylors Charaktere sind trotz ihrem Spiel mit Klischees (alle Protagonisten sind natürlich verdammt gutaussehend und zum Teil auch noch vermögend) zu jeder Zeit sympathisch und authentisch.
Während der erste Band („Gefühlsgewitter“) sehr stark an den Merkmalen eines New Adult-Romans festhielt, geht es in „Dreisam“ weniger um erotische Szenen (wobei die vorhandenen wirklich zum Dahinschmelzen und Verrücktwerden sind!), mehr um Gefühle und das Beziehungsgeflecht im Allgemeinen. Und genau das ist der besondere Reiz dieser Geschichte. Julies und Jakes Überforderung mit ihren starken Gefühlen füreinander, ihr Verlangen, ihre Gewissensbisse Kyle gegenüber, Kyles Gefühle für Julie – all das wirkt auf den Leser wie ein Sog, dem man nicht entrinnen kann. Und kurz vor dem Ende wollte ich einerseits natürlich weiterlesen, weil ich wissen wollte, wie die Geschichte ausgeht, andererseits aber auch nicht, weil sie dann eben zu Ende wäre. Jeder Satz von Ally Taylor ist wohlüberlegt, ausgefeilt und tief emotional – es gab so viele schöne Passagen in diesem Buch, dass ich glaube ich noch nie so viele Lieblingszitate in einem Buch markiert habe wie in „Dreisam“. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte die Autorin noch 200 Seiten dran hängen könen 🙂
Mein Fazit: Nun muss ich wohl wieder ein Buch von meiner Liste der ewigen Top10 werfen, denn „Dreisam“ hat definitiv einen Platz darauf verdient. Ally Taylors Sprache ist einzigartig: poetisch, emotional, prickelnd, bildlich- und so authentisch. Ich wünsche mir, dass JEDER diesen Roman liest! Los geht´s!

bewertung5

Ein herzliches Dankeschön an die wunderbare Ally Taylor für diese wunderschöne Blogger-Edition!