|Rezension| A little too far – Lisa Desrochers

Ich bin zu alt für dieses Buch!

 

copyright: dtv

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Verlag: Deutscher Taschenbuchverlag
Taschenbuch: 9,95 Euro
Ebook: 7,99 Euro
Erscheinungsdatum: 01.12.2014
400 Seiten
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„Ich könnte hinschmelzen, wenn Trent meine Namen sagt. Das ist wie Streicheln, wie wenn er für mich singt – an den traurigen Stellen wird seine Stimme manchmal brüchig, so ein ganz leichter, heiserer Touch.“ (S. 18)

Worum geht´s?

Wie konnte das passieren? Wie konnten sie so weit gehen? Ihr Stiefbruder Trent war doch immer Lexis bester Freund und engster Vertrauter. Fluchtartig verlässt Lexi ihre Familie und bricht zu einem Auslandsjahr in Rom auf. Aber auch Tausende von Kilometern entfernt und trotz des attraktiven Alessandro schafft sie es nicht, den Mann, den sie nicht haben kann, zu vergessen . . .

 

Cover und Titel

Aufmerksam geworden auf dieses Buch bin ich durch den Titel. „A little too far“ hat mich neugierig gemacht, zumal ich Bücher liebe, bei denen der Originaltitel auch bei der deutschen Übersetzung beibehalten wird. Der Klappentext klingt auch vielversprechend: Die Geschichte einer verbotenen Liebe ist genau das, was mein romantisches Herz mag 🙂 Das Cover hingegen ist nicht so mein Geschmack: zu viel rosa, zu viel Kitsch. Wenn schon rosa, dann hätte man auf das sich küssende Paar verzichten sollen. Da gefällt mir das Cover der Originalausgabe wesentlich besser. Lustigerweise passt jedoch das deutsche Cover besser zum Inhalt, da man beim Originalcover die Vermutung haben könnte, es handele sich um einen erotischen Roman für Erwachsene.

 

Mein Eindruck

Der Plot von „A little too far“ ist vielversprechend: eine sich anbandelnde Romanze zwischen Stiefgeschwistern. Da ist das Drama vorprogrammiert. Geschildert wird die Geschichte aus der Sicht von Lexie, die durch ihren humorvollen Charakter eigentlich eine sympathische Protagonistin ist- wäre da nicht ihre Naivität, die mir so manches Mal ganz schön auf die Nerven ging. Zudem waren ihre Gedanken oft so widersprüchlich: einerseits hat sie ja solche Gewissensbisse weil sie auf ihren Stiefbruder steht, andererseits ist ihr gesamtes Handeln und Denken von Sex besessen. Im Gegensatz dazu steht wiederum ihre Leidenschaft für Kunstgeschichte, die immer wieder recht ausführlich thematisiert wird und mir an ihr gut gefallen hat. Auch Rom als Ort der Handlung wurde authentisch geschildert und bildete den passenden Rahmen für die Geschichte.
Noch schlimmer als Lexies widersprüchliches Verhalten war allerdings ihre Freundin Abby. Mal ehrlich: Wer verwendet denn ernsthaft das Wort „durchnudeln“? Ich hatte das Gefühl, die Autorin schämt sich, „Sex“ zu schreiben und verwendet deshalb ständig „durchnudeln“. Ich kam mir vor wie im Kindergarten. Das sollte dann scheinbar durch den inflationären Gebrauch des Wortes „Bitch“ wieder kompensiert werden. Ein einziger Graus!
Obwohl der Plot so viel Potential für Drama und Emotionen bietet, ist die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite vorhersehbar und damit leider nicht spannend. Damit könnte ich ja noch leben, wenn sie zumindest einigermaßen realistisch wäre. Aber a) Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einen total scharfen Stiefbruder zu haben? b) Und dann auch noch auf einen Pastor in spe zu treffen, der aussieht wie ein Unterwäschemodel? Und das Schlimmste: c) Wie können sich alle Probleme, die auf 350 Seiten immer und immer wieder künstlich aufgebauscht werden, auf 2 Seiten in Luft auflösen? Eigentlich wollte ich dem Buch noch 3 von 5 Punkten geben, aber diese Oberflächlichkeit gerade am Ende der Geschichte führt dazu, dass ich „A little too far“ leider nicht empfehlen kann.
Mein Fazit: Durch den angenehmen Schreibstil der Autorin war es trotz der vorhersehbaren Handlung keine Qual „A little too far“ zu Ende zu lesen. Allerdings bedient Lisa Desrochers für meinen Geschmack zu viele Klischees, bleibt immer nur an der Oberfläche und konnte mich auch durch die handelnden Charaktere, denen es an Authentizität mangelte, nicht überzeugen. Ich weiß nicht, ob ich einfach zu alt bin für das Buch. Definitiv weiß ich aber, dass ich es nicht weiterempfehlen kann.

Bewertung2

Vielen Dank an dtv für dieses Rezensionsexemplar!

  • Lottas Buecher

    Hallöchen meine Liebe,
    ich weiß ja wie sehr du dich durch dieses Buch gequält hast und da habe ich eben ein bisschen gestutzt, dass es dann doch zwei Punkte gab. :’D Das klang auf WA irgendwie viel schlechter. ^^ Ich kann nur sagen: Dieses Buch wirst du wahrscheinlich nicht so schnell wieder vergessen. x’D
    Liebst, Lotta

  • Das ist schade und jetzt schon die zweite negative Meinung zu dem Buch, die ich jetzt lese.
    Naja, kann ja nicht alles gut sein. 🙂
    Liebe Grüße,
    Ramona