|Rezension| Jede letzte Nacht mit dir – Luisa Valentin

Nette Liebesgeschichte, der es aber an Tiefe mangelt

 

Jede letzte Nacht mit dirVerlag: blanvalet
Taschenbuch: 9,99 Euro
Ebook: 8,99 Euro
Erscheinungsdatum: 17.08.2015
448 Seiten
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„Der Glaube versetzt Berge – aber nur die Magie der Liebe kann alles an den richtigen Platz rücken.“ (S. 406)

 

Worum geht´s?

Daniel Lester ist sehr attraktiv – und sehr unglücklich. Bei einem tragischen Bootsunfall hat er seine Ehefrau verloren, die er einfach nicht vergessen kann und will. Weil seine Familie ihm zunehmend auf die Nerven geht, engagiert er eine Schauspielerin, die ihn zu der mehrtägigen Geburtstagsfeier seines Onkels begleiten und sich als seine Verlobte ausgeben soll. Marla ist in einer glücklichen Beziehung, doch sie braucht das Geld, das sie für das Engagement bekommen wird, sehr dringend.

Unerwartet verspüren beide eine Anziehung, der sie sich bald nicht mehr entziehen können – und so beginnt ein Spiel mit dem Feuer, das sie beide eigentlich nicht wollen …

 

Cover und Titel

Das Cover von „Jede letzte Nacht mit dir“, in dessen Mittelpunkt eben jener Titel des Romans steht, hat mich sofort angesprochen, obwohl die Farbkombination aus blau und orange doch eher gewöhnungsbedürftig ist. Ich mag den Mix der Schriftarten und den Scherenschnitt des Paares in der unteren Hälfte des Bildes – alles zusammen ergibt eine schöne Einheit.

Der Titel passt außerdem hervorragend zum Inhalt und macht neugierig auf eine scheinbar komplizierte Liebesgeschichte. Das Covermotiv wiederum orientiert sich im Design an Luisa Valentins erstem Roman „Ich liebe dich…und dich“.

 

Mein Eindruck

Bei diesem Roman war es vor allem der Titel, der mich neugierig gemacht hat, da er eine spannende und scheinbar komplizierte Liebesgeschichte verspricht und die Story damit genau in mein Beuteschema passt.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir durch Luisa Valentins einfachen und authentischen Schreibstil nicht schwer. Man ist als Leser sofort in das Leben der Protagonistin Marla eingetaucht, obwohl die Autorin auf die in Liebesromanen oft übliche Ich-Perspektive verzichtet. Sie lässt einen allwissenden Erzähler überwiegend mit dem Fokus auf Marla, in einigen Kapiteln aber auch mit dem Fokus auf Daniel berichten, was eine schöne Abwechslung beim Lesen bietet und es zudem erleichtert, auch dessen Handlungen besser nachzuvollziehen.

Der Schreibstil war für meinen Geschmack manchmal zu einfach und oberflächlich und die Kapitellänge extrem kurz (insgesamt 69 Kapitel). Dem Lesefluss hätten längere Kapitel vermutlich gut getan. Andererseits kann man so natürlich immer wieder problemlos nach 10 Minuten eine Lesepause einlegen.

Außerdem hätte ich mir beim Schreibstil ein bisschen mehr Tiefe gewünscht. Gleiches gilt für die Charaktere, die doch eher Stereotypen entsprechen: das arme Schauspieler-Mädchen, das kein Engagement ergattern kann und der attraktive, reiche Unternehmer mit der dunklen Seele… Dafür haben mir wiederum die Beschreibungen der erotischen Szenen, die keine unbedeutende Rolle spielen, wie der Titel schon andeutet, ausgesprochen gut gefallen: Mit geschmackvollen Worten räumt die Autorin diesen Szenen genügend Platz in der Geschichte ein, ohne dass man das Gefühl hätte einen erotischen Roman zu lesen, aber man trotzdem das Prickeln spürt, das auch die Protagonisten bei eben jenen Handlungen verspüren.

Insgesamt ist sowohl der Handlungsverlauf als auch das Ende ziemlich vorhersehbar. Auf eine überraschende Wendung hofft man leider vergeblich.

 

Mein Fazit: „Jede letzte Nacht mit dir“ ist ein unterhaltsamer Liebesroman, der vor allem durch geschmackvolle erotische Szenen besticht, dem es aber an spannenden Charakteren und an überraschenden Wendungen mangelt. Ich habe die knapp 500 Seiten schnell und gern gelesen, trotzdem ist es aufgrund der vorhersehbaren Geschichte kein Roman, der im Kopf bleibt.

 

Bewertung3

Vielen Dank an blanvalet und das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar.

 

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