|Rezension| Eversea. Ein einziger Moment – Natasha Boyd

Schöne Sommerlektüre über die erste große Liebe

 

 

everseaVerlag: Egmont Lyx
Taschenbuch: 9,99 Euro
Ebook: 8,99 Euro
Erscheinungsdatum: 07.05.2015
352 Seiten
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Reihe: 1) Eversea. Ein einziger Moment
                                                2) Eversea. Und die Welt bleibt stehen (03.09.2015)

 

 

„Ich sah vor meinen inneren Augen schon Fotoshootings, rote Teppiche, Interviews, Zeichen der Zuneigung in der Öffentlichkeit… und gemeinsame Hotelzimmer. Wäre es unhöflich, mich damit zu entschuldigen, dass ich mal eben kotzen gehen müsste?“ (S.162)

 

Worum geht´s?

Als Jack Everseas Freundin und Filmpartnerin ihn mit ihrem neuen Regisseur betrügt, flüchtet sich der angesagte Jungschauspieler in das Örtchen Butler Cover in South Carolina. Er braucht Zeit zum Nachdenken, Ruhe vor der Presse und vor all den Menschen, die denken, sie wüssten, was das Beste für ihn und seine Karriere ist. Doch gleich am ersten Abend stolpert er über die junge Kellnerin Keri Ann: Zwar lässt diese sich von einem skandalumwitterten Promi nicht beeindrucken, aber trotzdem sprühen von der ersten Sekunde an zwischen den beiden die Funken – auch wenn sie wissen, dass ihre Liebe eigentlich unmöglich ist …

Cover und Titel

Das Cover von „Eversea“ ist einfach wunderschön und hat mich sofort magisch angezogen. Endlich mal ein New Adult Roman, der auf die Abbildung eines Pärchens in inniger Pose auf dem Cover verzichtet. Ausnahmsweise finde ich sogar dieses Cover schöner als das Originalcover, obwohl dieses rein objektiv betrachtet viel besser den Inhalt widerspiegelt als das deutsche Cover. Aber dieses ist durch diese sandigen Töne, die Seifenblasen und den schlichten, aber auffälligen Titel im Vordergrund, einfach ein absoluter Eyecatcher.

 

Mein Eindruck

Bereits nach den ersten Seiten von „Eversea“ hatte mich die Autorin trotz einer nicht gerade originellen Ausgangslage (berühmter, attraktiver Schauspieler trifft auf unscheinbares Landei) durch ihren angenehmen Schreibstil für sich gewonnen. Sie überzeugt durch eine einfache, bildhafte Sprache, die durch spritzige Dialoge an Qualität gewinnt. Die bildhafte Sprache führt gleich zu Beginn dazu, dass ein wunderschönes Südstaatenflair erzeugt wird, so dass „Eversea“ die perfekte Sommerlektüre ist. Man spürt förmlich die Hitze, hört das Meer und hat die Protagonistin Keri Ann vor Augen, die in ihrem alten Pickup auf kilometerlangen leeren Straßen fährt.

 

Apropos Protagonistin: Die Geschichte wird aus Keri Anns Perspektive erzählt, was dazu führt, dass der Leser (oder wohl eher die Leserin) sich in sie besser hineinversetzen kann als in den männlichen Protagonisten Jack. Obwohl man vermuten könnte, dass die beiden Charaktere nur so vor Klischees triefen, gelingt es Natasha Boyd ihnen die nötige Tiefe zu geben. Keri Ann war mir auf Anhieb durch ihre natürliche, leicht tollpatschige Art sympathisch und ist allen voran trotz ihrer Unerfahrenheit in Liebesdingen nicht ganz so naiv wie die typischen NA-Protagonistin. Der für einen NA-Roman obligatorische Bad Boy ist in dieser Geschichte zur Abwechslung wirklich mal ein bisschen „bad“ und nicht nur oberflächlich durch äußerliche Erscheinungsmerkmale wie Tattoos, Bart und Motorrad. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen.

 

Da es noch einen zweiten Teil von „Eversea“ gibt, lag es nahe, dass es im ersten Teil wohl (noch) kein Happy End geben wird. Natasha Boyd lässt die Geschichte vielmehr mit einem guten Cliffhanger enden, der Lust auf den zweiten Band macht, auch wenn man vom ersten – wie ich – nicht vollends überzeugt ist.

 

Dafür gibt es zwei Gründe: Der erste und unbedeutendere sind die vielen Tippfehler im Buch, die einfach beim Lesefluss stören. Dass es mal ein oder zwei Fehler in einem Roman gibt, ist normal und auch nicht erwähnenswert, aber bei „Eversea“ war es schon wirklich auffällig, so steht bspw. auf Seite 276 „Hollydoodfilmstar“ statt „Hollywoodfilmstar“ – meines Erachtens vermeidbare Fehler.

 

Der zweite und für mich wichtigere Grund, warum ich diesem Roman keine volle Punktzahl geben kann, ist das teilweise unglaubwürdige Handeln der Protagonistin. Dass in einem New Adult Roman Manches schon sehr weit hergeholt und unrealistisch ist, ist ja bekannt. Aber hier hat mich nicht der generell unrealistische Plot (tollster Schauspieler aller Zeiten verliebt sich in Landei) gestört, sondern das unglaubwürdige Handeln Keri Anns in Liebesdingen. Sie hat bisher einen einzigen Mann geküsst und das war auch schon alles an sexueller Erfahrung, dreht dann aber mit Jack teilweise zum sexy Vamp auf und jegliche sexuelle Handlung führt natürlich sofort zur absoluten Ekstase… Dieser Fakt hat dazu geführt, dass ich nicht nur einmal genervt die Augen verleiert habe.

 

Mein Fazit: Mit „Eversea“ debütiert Natasha Boyd gelungen in der New Adult Literatur. Trotz des wenig innovativen Plots überzeugt die Autorin durch ein schönes sommerliches Südstaatenflair, charakterstarke Protagonisten und witzige Dialoge. Das offene Ende hat zur Folge, dass man sich dem zweiten Band nur schwer entziehen kann.

Bewertung4

Vielen Dank an vorablesen und Egmont Lyx für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

 

  • Lottas Buecher

    Hallöchen meine liebste Evi,
    eine wirklich wunderbare Rezension hast du geschrieben, die ich auch prompt verlinkt habe. 😀
    Ich liebe es einfach wie du schreibst! Ein Glück hat dir das Buch besser gefallen als mir. ^^ Es können ja schließlich nicht alle so sein wie ich .. genervt von dieser Vorhersehbarkeit.. unglaublich. 😮
    Ich hoffe, viele viele werden auf deine Rezension vertrauen! 🙂

    Liebst, Lotta