|Rezension| Emmy und Oliver – Robin Benway

Origineller Plot über das Erwachsenwerden

 

512T7g9W5cLVerlag: Magellan
Originaltitel: Emmy & Oliver
Übersetzung: Jessika Komina, Sandra Knuffinke 
Gebundene Ausgabe: 17,95 Euro
Erscheinungsdatum: 25.01.2016
384 Seiten
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„ >Ich will aber, dass du mitkommst.< Noch immer meine je ferais-Karte in den Fingern, frage ich: >Wieso?< Er zuckte mit den Schultern. >Wieso nicht?< >Wow, jetzt fühle ich mich gerade extrem wertgeschätzt.“ (S. 150)

 

Worum geht´s?

Emmy hat es satt, ständig in Watte gepackt zu werden. Surfen oder auf Partys gehen kann sie nur hinter dem Rücken ihrer Eltern. Seit zehn Jahren geht das so, seit damals, als der Nachbarjunge entführt wurde. Und auch nachdem Oliver zurückgekehrt ist, ändert sich daran nichts. Dabei will Emmy einfach nur Zeit mit Oliver verbringen. Auf den Wellen reiten. Glücklich sein. Aber die Ereignisse der Vergangenheit haben nicht nur Schatten auf ihr Leben geworfen, sondern auch auf das ihrer Eltern. Emmy spürt: Um glücklich zu werden, muss sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen.

 

Cover und Titel

Bei Covermotiven aus dem Magellan Verlag kann man eigentlich immer nur lobende Worte finden. So auch bei „Emmy und Oliver“. Im Mittelpunkt des Covers steht der Titel, der an den Rändern mit ein paar Zeichnungen, die zum Inhalt der Geschichte passen, ergänzt wird. Diese edle Schlichtheit einerseits und auffälligen Kontraste andererseits sind einfach wunderschön. Zudem ist der Titel durch einen glänzenden Druck nochmals hervorgehoben, weshalb das Cover im Original noch viel schöner aussieht.

Und das Tollste: Wenn man den Schutzumschlag entfernt, erwartet einen nicht etwa ein blanker Einband, nein, auch dieser wurde wunderschön mit den Initialen der Beiden verschönert. Dieser Roman ist ein echter Hingucker in jedem Bücherregal.

Zum Titel muss man nicht viel sagen, da er für sich selbst spricht: Die Protagonisten des Buches sind titelgebend, was mir persönlich viel besser gefällt als jeder kitschige Liebesroman-Titel a la Nicholas Sparks (den ich trotzdem gern lese 🙂 )

Mein Eindruck

Der Einstieg in die Geschichte ist unvermittelt und beginnt mit einem Rückblick auf den Tag als Oliver verschwand. Das darauffolgende Kapitel setzt 10 Jahre später ein. Dieses Muster aus einem Wechsel aus Gegenwart und Vergangenheit setzt sich im ganzen Roman fort. Die unterschiedlichen Zeiten werden durch unterschiedliche Schriftarten hervorgehoben, was es leicht macht, der Geschichte zu folgen. Erzählt wird aus der Perspektive der 7- bzw. 17-Jährigen Emmy, die ihren besten Freund verliert, weil dieser von seinem Vater entführt wurde und der nun nach 10 Jahren wieder auftaucht.

Robin Benway vermischt somit eine Kriminalgeschichte mit der Geschichte einer Freundschaft, die zugleich eine Geschichte des Erwachsenwerdens ist. Damit präsentiert sie einen originellen Plot, der sich von den üblichen „Coming of Age“-Geschichten durch das sehr ernste Thema „Kindesentführung“ abhebt. Im Zentrum der Geschichte steht aber nicht die Entführung, sondern wie alle Beteiligten nach Olivers Rückkehr mit der neuen Situation umgehen. Hier liegt meines Erachtens die Stärke des Romans: Benway gelingt es mit sehr viel Feingefühl ihre Protagonisten authentisch agieren zu lassen. Sie schafft den Spagat zwischen ernsthaftem Umgang mit dem Thema „Kindesentführung“ und zarter Liebesgeschichte. Dazu trägt vor allem der unglaubliche Wortwitz in den Dialogen zwischen den Jugendlichen bei, der dieser Geschichte ihre Schwere nimmt.

Neben der Liebesgeschichte spielen aber auch die unterschiedlichen Eltern-Kind-Beziehungen und Freundschaften eine große Rolle, was der Geschichte zusätzliche Qualität verleiht. Oftmals gibt es in Romanen über die erste Liebe nur die beiden Protagonisten und sonst keine nennenswerte Nebenhandlung. Robin Benway schreibt eher eine Geschichte über das Erwachsenwerden, in die sie eine Liebesgeschichte einfließen lässt.

Einzig der Schluss hat mich nicht ganz überzeugen können, da er nicht wirklich überraschend war und noch dazu sehr „happy“ endet. Auch wenn ich prinzipiell nichts gegen ein Happy End habe, war dieses hier für meinen Geschmack etwas zu dick aufgetragen in Anbetracht der Umstände.

 

Mein Fazit: „Emmy und Oliver“ ist eine unterhaltsame und romantische Geschichte über die erste Liebe, das Erwachsenwerden und die Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern. Benway überzeugt durch authentisch agierende Figuren und einem ausgewogenen Mix aus Wortwitz und ernsthaften Dialogen.

 

Bewertung4

 

Vielen Dank an den Magellan Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

 

Weitere Rezensionen zum Buch:
  • Pingback: Emmy&Oliver von | zeilenfuchs()

  • Tatze

    Hey Evi 🙂

    ich habe „Emmy & Oliver“ auf Englisch gelesen und fand es auch ganz nett. Jedoch hatte ich – genau wie du -Probleme mit dem Ende.

    Liebe Grüße,
    Tati

    • booksinmyworld

      Liebe Tati,

      das beruhigt mich sehr! Bisher hatte ich das noch nirgends gelesen und mich schon hinterfragt, ob ich irgendwie komisch bin. Aber ich hab es eben so empfunden und deshalb muss es auch gesagt werden 🙂

      Liebe Grüße
      Evi

  • Hallo Evi, habe schon viel von dem Buch gehört und Deine Rezension macht mich nur noch neugieriger. Haha, zumal ich happy endings mag, lieber als traurige, das lässt mich positiver zurück 😉
    Hätt überlegt es als eBook zu kaufen aber Deine Aussage zum Einband sind mehr als überzeugend!!

    Liebe Grüße,
    Kati

    • booksinmyworld

      Liebe Kati,
      das freut mich sehr 🙂 Zweck erfüllt, würd ich sagen. Hihi
      Ich mag ja grundsätzlich auch happy Ends, aber sie müssen halt irgendwie zur restlichen Geschichte passen und die war eben nicht ganz so happy, weshalb ich das Ende als zu happy empfunden habe. War das irgendwie verständlich? 🙂

      Da der Magellan Verlag gar keine Ebooks zur Verfügung stellt (warum auch immer), wird dir die Entscheidung quasi abgenommen. Aber es lohnt sich bei diesem schönen Einband auf jeden Fall!

      Liebe Grüße
      Evi

      • Haha, ja das war verständlich, ich kann gut nachvollziehen, worauf Du hinaus willst 😉

        Danke Dir & einen schönen Abend noch!
        LG, Kati