|Rezension| Einfach unvergesslich – Rowan Coleman

Ein unvergesslicher Roman, der zu Tränen rührt!

 

copyright: Piper Verlag

copyright: Piper Verlag

Verlag: Piper
Broschiert: 14,99 Euro
Ebook: 11,99 Euro
Erscheinungsdatum: 11.08.2014
416 Seiten
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„Es wäre doch nur gerecht gewesen, wenn das Schicksal oder Gott in meinem speziellen Fall mildernde Umstände geltend und eine Ausnahme gemacht hätte. Aber das hat das Schicksal oder Gott nicht gemacht. Wer auch immer sich da gerade auf meine Kosten amüsiert, hat genau das Gegenteil getan. Aber vielleicht nehme ich das alles viel zu persönlich.“ (S. 19)

Worum geht´s?

Der Name deiner erstgeborenen Tochter. Das Gesicht deines Mannes. Dein Alter. Deine Adresse. Was wäre, wenn du dich an all diese Dinge nicht mehr erinnern könntest? Was wäre, wenn es kein Gestern mehr gäbe, sondern nur noch den Zauber einzelner Augenblicke? Neuerdings weiß Claire nicht mehr, welcher Schuh zu welchem Fuß gehört. Oder wie das orangefarbene Gemüse heißt, das auf dem Herd köchelt. Und manchmal geht sie im Pyjama spazieren. Sie weiß, dass das nicht normal ist. Doch das Leben ist zu kurz, um Trübsal zu blasen. Und so schreibt sie, noch bevor die letzte Erinnerung verblasst, all die großen und kleinen Momente der vergangenen Jahre nieder. Wohl wissend, dass diese Gedankenschnipsel schon bald das Einzige sein werden, was ihrer Familie von ihr bleibt. Dabei gibt es noch so viel zu erledigen: Sie muss sich mit ihrer Tochter versöhnen und ihrem Mann zeigen, wie sie die Lieblingslasagne ihrer Kinder zubereitet. Sie muss ein letztes Mal leben, frei sein, sich vielleicht auch neu verlieben. Denn das Leben ist eine Wundertüte. Und wenn die Zeit davonrennt, ist jede Minute kostbar.

 

Cover und Titel

Der Titel „Einfach unvergesslich“ lässt sich nicht nur auf den Inhalt sondern auch auf das Cover beziehen. Dieses sticht mit seinen leucht orangefarbenen Punkten (die in echt noch viel viel leuchtender sind als hier abgebildet) sofort ins Auge und hebt sich dadurch außerdem von vielen anderen Büchern ab. Richtig schön finde ich auch, dass sich der Marienkäfer vom Cover auch im Buch wiederfindet. Der Titel gibt schon einen Hinweis worum es in der Geschichte geht, könnte aber ebenso der Titel einer „normalen“ Liebesgeschichte sein. Im Original lautet er „The Memory Book“ – auch sehr passend, aber in dem Fall gefällt mir der deutsche Titel sogar etwas besser.

 

Mein Eindruck

Schon ab der ersten Seite des Romans, der mit einem Prolog beginnt, hat mich Rowan Coleman für ihre Protagonistin Claire begeistert. Sie hat einen so liebenswerten, starken und humorvollen Charakter, dem man sich gar nicht entziehen kann.
Die Geschichte wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven (Claire, Claires Mutter Ruth und Claires Tochter Caitlin) erzählt und gelegentlich durch Eintragungen in Claires Erinnerungsbuch ergänzt. In diesem werden kleine Episoden aus der Vergangenheit geschildert, die dazu beitragen, noch stärker in das Leben der drei eintauchen zu können. Diese Erzählweise sowie der fesselnde Erzählstil der Autorin haben zur Folge, dass man diesen Roman nicht mehr aus der Hand legen will.
Da ich selbst in meinem Umfeld noch keine Erfahrung mit an Alzheimer erkrankten Menschen gemacht habe, ist es für mich schwer zu beurteilen, in wie weit Rowan Coleman die Gefühle eines Menschen, der mit dieser Krankheit umgehen muss, authentisch schildert. Für mich waren sie jedenfalls glaubwürdig und ich habe zu keiner Zeit am Wahrheitsgehalt des Geschilderten gezweifelt. Während Claire es immer wieder schafft dem Leser Dank ihres trockenen Humors zum Lachen zu bringen, sind es vor allem die Gedanken und Gefühle ihrer Mitmenschen, die mich zum Teil ganz schön mitgenommen haben. Vor allem mit Claires Mann Greg, der nicht mehr an seine Frau herankommt, weil sie ihre Gefühle für ihn „vergessen hat“, habe ich gelitten und auch die ein oder andere Träne vergossen.
Was die Einzigartigkeit des Romans ausmacht, ist die Art wie Rowan Coleman es schafft, ein ernstes Thema auf unterhaltsame Weise zu verarbeiten, ohne dabei etwas ins Lächerliche zu ziehen. Der Leser ist immer hin- und hergerissen zwischen laut auflachen, entsetztem Staunen und weinen. Trotz des ernsthaften Themas ist dies aber ein positives Buch mit einem Ende, dass zur Geschichte passt, denn die Autorin zeigt mit ihrer Geschichte, was wahre Liebe ist.
Mein Fazit: „Einfach unvergesslich“ ist ein einfach unvergesslicher Roman, der aufgrund des angenehmen Schreibstils der Autorin, liebenswerten Charakteren, emotionalen Szenen und der authentischen Schilderung einer Alzheimererkrankung absolut lesenswert ist.

bewertung5

Vielen Dank an den Piper Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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  • Franziska Schönbach

    Huhu Liebe Evi.

    Juhuuuuu endlich. Seit Tagen will ich schon mal nen Kommentar hinterlassen. Ach auf die Idee mit dem Browser hätte ich ja auch schon früher kommen können^^. Eine wundervolle Rezension hast du da geschrieben, wird ja wirklich Zeit, dass ich mir das Buch endlich kaufe, jetzt bin ich noch neugieriger darauf. glg Franzi

  • Lottas Buecher

    Hallöchen mein Herzblatt!
    Na was für ein Zufall. Diese Rezension geht heute auch bei mir online. 😀
    Ich kann dir nur zustimmen. Es war ein wirklich unglaublich berührender, bewegender und vielleicht auf ein bisschen aufklärender Roman. (für Leser, die noch nie was mit demenziell Erkrankten zu tun hatten)!
    Eine wunderbare Rezension hast du da gezaubert. 🙂

    Liebst, Lotta