|Rezension| Eine Liebe über dem Meer – Jessica Brockmole

Nachdem ich das Buch gelesen habe, wollte ich nur noch eins: wieder von vorne anfangen!

 

Verlag: Diana
  Gebundene Ausgabe: 19,99 Euro
Ebook: 15,99 Euro
Erscheinungsdatum: 24.03.2014
  336 Seiten
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„Ich wünsche mir jedenfalls eine Frau, die über interessantere Dinges sprechen kann als das Braten von Hühnern. Eine Frau, die die gleichen Bücher liest wie ich und sich die gleichen Fragen stellt. Oder sogar jemanden, der völlig anders denkt als ich, aber eine lebhafte Debatte schätzt und mich dennoch liebt.“ (S. 51)

Worum geht´s?

Zwei Jahre vor dem ersten Weltkrieg bekommt die Dichterin Elspeth, die mit ihrem Mann abgeschieden auf der Isle of Skye lebt, einen Brief aus Amerika. Ein junger Mann namens David drückt darin seine Bewunderung für ihre Gedichte aus. Es entwickelt sich eine Brieffreundschaft zwischen der Schottin und dem Amerikaner aus der mit den Jahren Liebe wird.
Inmitten des zweiten Weltkriegs findet Elspeths Tochter Briefe eines Amerikaners an eine Frau namens Sue. Neugierig was es damit auf sich hat, beginnt sie Nachforschungen über ihre Mutter und damit auch ihre Vergangenheit anzustellen…

Cover und Titel

Das wunderschöne Cover war der Auslöser für meine Neugier auf diesen Roman. Diese Farbkombination aus blauer und pinker Schrift, die geschwungenen Buchstaben und die gezeichnete Insel im Hintergrund haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Es gefällt mir auch viel besser als das Originalcover, da dieses auf mich eher wie ein Filmplakat wirkt und das deutsche Cover mehr Spielraum für die eigene Fantasie lässt.

Der Titel an sich ist in Ordnung, aber leider nicht besonders einprägsam. Der Originaltitel „Letters of Skye“ hingegen bleibt im Kopf und wenn man in ein paar Jahren diesen Titel hört, hat man sofort wieder vor Augen um was es in diesem Roman geht.

Mein Eindruck

Bevor ich begann „Eine Liebe über dem Meer“ zu lesen, waren meine Erwartungen an diesen Roman aufgrund vieler positiver Stimmen in der Bloggerwelt extrem hoch. Eine gefährliche Ausgangslage… Doch was soll ich sagen? Meine ohnehin schon hohen Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Mein einziger Gedanke, nachdem ich die letzte Seite des Buches gelesen habe, war: „Ich muss von vorne anfangen!“. Immer wenn ich von einem Buch derart begeistert bin, fällt es mir schwer, eine Rezension zu schreiben, da die einzigen Wörter, die in meinem Kopf schweben „großartig, toll, perfekt“ sind. Aber ich möchte versuchen diese 3 Adjektive zu begründen:

Jessica Brockmole schreibt hier einen Briefroman, der zwischen zwei Zeitebenen wechselt: da gibt es zum einen die Korrespondenz zwischen Elspeth und David zur Zeit des ersten Weltkriegs und zum anderen die Korrespondenz ihrer Tochter Margaret mit ihrem Freund Paul (u.a.) während des zweiten Weltkriegs. Ich liebe Romane, in denen die Zeiten und Perspektiven wechseln, da sie dadurch eine immense Spannung aufbauen.
Durch die sehr persönlichen Briefe lernt man die Figuren nach und nach besser kennen und lieben, teilt ihre Gedanken, Sorgen und Gefühle. Sprachlich sind die Briefe ein absoluter Genuss (ich kam mit dem Markieren von wunderbaren Sätzen gar nicht hinterher). Die Autorin schreibt allen voran sehr gefühlvoll und ehrlich: mal witzig, mal wütend, aber immer voller Liebe. Man vergiss regelrecht, dass man einen Roman liest und taucht ganz in die Welt von David und Elspeth ein- wartet mit ihnen auf den nächsten Brief des jeweiligen Anderen. Der Leser spürt die Liebe beider auch zwischen den Zeilen – ein weiterer Beweis für Jessica Brockmoles unglaubliches schriftstellerisches Können.
Die beiden Weltkriege werden mit der nötigen Ernsthaftigkeit thematisiert, spielen eine entscheidende Rolle, aber ohne zu viel Raum in der Geschichte einzunehmen. Der Austausch vonElspeths und Davids Gedanken und Gefühlen steht dabei immer im Mittelpunkt.Mein Fazit: Jessica Brockmoles Debüt ist mein persönliches Sommerbuch 2014, weil es mich so sehr berührt und begeistert hat, dass ich es am liebsten sofort nochmal lesen möchte, um all die wunderbaren Worte der Autorin in mir aufzusaugen. Dieser Roman ist eine Hommage an die Macht des geschriebenen Wortes, der in jedes Bücherregal gehört! Also los: kaufen, lesen, wohlfühlen!
bewertung5
Vielen Dank an Claudia und den Diana Verlag für dieses Rezensionsexemplar!