|Rezension| Ein Sommer und vier Tage – Adriana Popescu

Ein wundervolles Sommer-Jugendbuch – nicht nur für Jugendliche!

 

 

81GOyTdMnnLVerlag: cbj

Broschur: 12,99 Euro
Ebook: 9,99 Euro
Erscheinungsdatum: 27.07.2015
320 Seiten
Kaufen? Broschur oder Ebook
„Jeder Herzschlag ist für irgendwen Musik. Und deiner, der ist wie … wie ein ausverkauftes Konzert meiner Lieblingsband für mich.“ (S. 154)

 

Worum geht´s?

Sich mal so richtig verknallen! Das wär‘s, denkt sich die 16-jährige Paula, der ihr wohlbehütetes Leben manchmal ganz schön auf die Nerven geht. Lernen, lernen, lernen und dann Karriere machen, das kann doch nicht alles sein! Paula würde viel lieber ferne Länder bereisen, ein richtiges Abenteuer erleben und sich mal so richtig, richtig verlieben. Als sie während der Busfahrt nach Amalfi ins Sommerferienlager versehentlich an einer norditalienischen Raststätte zurückgelassen wird – ausgerechnet mit dem süßesten Typen der Gruppe –, packt sie die Gelegenheit beim Schopf und lässt sich für vier köstliche, völlig losgelöste Tage mit ihm allein durch Italien treiben … Tanzen im Mondschein am Strand all inclusive…

 

Cover und Titel

Was erwarte ich als Leser, wenn ich dieses Cover mit diesem Titel sehe? Einen leichten, unterhaltsamen Sommer-Roman, mit einer weiblich Protagonistin. Und was bekomme ich mit „Ein Sommer und vier Tage“? Genau das! Insofern haben sowohl Autorin als auch Verlag alles richtig gemacht 🙂

Ich mag das Covermotiv mit den türkisfarbenen Wellen, dem bunten Konfetti (?) und dem leicht unscharfen Mädchen, das im Wasser eine Rolle macht, sehr. Der Titel „Ein Sommer und vier Tage“ passt perfekt zum Inhalt ohne zu viel von diesem zu verraten.

 

Mein Eindruck

Zugegeben: Ich konnte gar nicht neutral an diesen Roman herangehen, nachdem ich bisher alle Bücher der Autorin gelesen habe und bisher von jeder ihrer Geschichten begeistert war. Nun präsentiert Adriana Popescu mit „Ein Sommer und vier Tage“ ihr erstes Jugendbuch und ich war so gespannt, ob sie mich auch in diesem Genre überzeugen kann. Schließlich bin ich ja nun keine Jugendliche mehr. Trotzdem stand für mich von Anfang an fest, dass ich diesem Buch eine Chance geben muss.

Nun, was soll ich sagen? Ihr könnt es euch denken, oder? Auch dieses Mal hat die Autorin es wieder geschafft, dass ich ihr Buch schon nach den ersten Seiten nicht mehr aus der Hand legen konnte. „Schuld“ daran ist vor allem Adriana Popescus unvergleichliches Talent, den Leser mit ihren Worten in eine andere Welt zu führen. Sie hat einen derart einnehmenden Schreibstil, der sich nur schwer in Worte fassen lässt. Mit viel Liebe zum Detail ohne dabei ausschweifend zu werden, erzählt sie aus der Perspektive der 16-jährigen Paula über einen Sommer und vier Tage: Ein viertägiger Roadtrip durch Italien, bei dem Paula nicht nur einen Jungen, sondern auch die Hotspots Italiens und vor allem sich selbst kennenlernt. Dass die Autorin sich beruflich mit Reiselektüre beschäftigt, kommt dieser Geschichte absolut zugute, denn man merkt wie detailliert gerade die Szenerien in den Städten und auf den Straßen Italiens recherchiert sind.

Von Anfang an habe ich mich beim Lesen an meine eigene Zeit im Ferienlager zurückversetzt gefühlt: Wie man das erste Mal mit völlig fremden Jugendlichen in einen Bus steigt, das erste Mal ohne Eltern an einem fremden Ort ist und auch noch einen Jungen trifft, von dem man denkt, dass man so viel Glück eigentlich nicht verdient hat. Und dass dieser Junge sich unmöglich für einen interessieren kann. Adriana Popescu schafft eine wunderschöne sommerliche Atmosphäre, auf die sich Leser jedes Alters einlassen können: Die einen träumen dann vielleicht von Erfahrungen, die sie selbst noch machen werden, die anderen erinnern sich an ihre Erfahrungen. Zu keinem Zeitpunkt habe ich mich bei der Lektüre irgendwie unterfordert oder nicht angesprochen gefühlt und das ist vor allem den authentischen und liebenswürdigen Charakteren und dem angenehmen Schreibstil zu verdanken.

Das Ende der Geschichte lässt sich am ehesten als popescuisch bezeichnen: Es ist unkitschig, lässt einerseits Raum für eigene Gedanken und ist andererseits aber so abschließend und befriedigend, dass es kein offenes Ende ist.

Mein Fazit: „Mit ein Sommer und vier Tage“ gelingt Adriana Popescu ein überzeugendes Debüt im Jugendbuch-Genre. Mit gewohnt viel Gefühl und einer neuen Prise Leichtigkeit nimmt sie alte und junge Leser mit auf eine abenteuerliche Reise durch Italien, die durch gut recherchierte Details überzeugt – definitiv bisher mein Lieblings-Sommerbuch 2015.

 

bewertung5

Vielen Dank an den cbj Verlag und das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar.

 

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