|Rezension| Ein ganzes Ja – Luisa Sturm

Ein authentischer, außergewöhnlicher Liebesroman über die erste Liebe und ihre Nachwirkungen

 

Dezemberkindverlag

Taschenbuch: 12,95 Euro

Ebook: 2,99 Euro

Erscheinungsdatum: 15.06.2014

392 Seiten

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„Unsere Gesichter werden älter
Mein Blick zu dir wird es nicht.
Ein Blick, keine Worte
Nur Wärme und Du.
Gefunden, nicht erwartet
Völlig überrascht.
Meine Seele in Deiner.
In Liebe.“

Worum geht´s?

Die erste große Liebe vergisst man nicht. Niemand weiß das besser als Becca. Sie und Erik waren bereits als Teenager völlig verrückt nacheinander. Nach Jahren der Trennung steht Erik plötzlich vor Beccas Tür. Der Mann mit der kleinen waagrechten Narbe auf der Nase. Der Mann, der beruflich Jets fliegt. Becca hasst und vermisst ihn, aus tiefstem Herzen. Die Verletzung beider sitzt immer noch tief. Hatte sie richtig entschieden seinen Antrag abzulehnen? Becca träumte von einer Liebe ohne festen Fahrplan und ohne Eifersucht. Aber kann es eine große Liebe mit Freiheit überhaupt geben?

Cover und Titel

Beim Titel musste ich zuerst an „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes denken. Da ich diesen Roman ganz wunderbar fand, war diese Assoziation schon mal nicht das Schlechteste, um auf das Buch aufmerksam zu werden 🙂 Kennt man den Inhalt, ist der Titel absolut passend und dürfte gar nicht anders lauten.
Das Cover spricht mich leider gar nicht an. Das ist für meinen Geschmack zu viel Gold und Glimmer und hat auch nicht wirklich was mit dem Inhalt zu tun. Am meisten stört mich daran, dass es einen falschen Eindruck vom Inhalt des Romans vermittelt, weil man bei solch einem romantisch-verkitschten Cover doch eher an eine seichte Liebesgeschichte, die die üblichen Klischees bedient, denkt. „Ein ganzes Ja“ ist aber alles andere als leichte Kost.

Mein Eindruck

Vor dem Lesen von „Ein ganzes Ja“ war ich zwiegespalten. Die Inhaltsbeschreibung hat mich sofort angesprochen, das Cover leider gar nicht (siehe oben). Aber schon nach den ersten Seiten war ich in der Geschichte gefangen.

Am beeindruckendsten finde ich die Entwicklung der Protagonistin Becca, die man als Leser im Buch mitbegleitet. Die Autorin lässt uns teilhaben an ihrer Entwicklung vom 15-Jährigen Teenager mit typischen Teenieproblemen (Ich bin hässlich! Ob er mich auch gut findet? Mama, ich will abends mit Freunden auf ein Fest!) zur erwachsenen Frau mit typischen Erwachsenenproblemen (Welcher Job ist der richtige für mich? Habe ich damals die richtigen Entscheidungen getroffen?). Die Geschichte ist in zwei Teile untergliedert, wobei der erste eher leicht und witzig, der zweite eher schwermütig und emotional ist. Insgesamt erstreckt sie sich über einen Zeitraum von ca. 15 Jahren. Luisa Sturms Schreibstil ist absolut fesselnd, so dass sie mir eine Nacht mit gerade mal 4 Stunden Schlaf beschert hat, weil ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen konnte. Ich bin zwar in etwa 10 Jahre jünger als die Protagonistin, trotzdem habe ich mich in so vielen Details ihrer Biographie wiedergefunden. Dazu trug vor allem auch die Musik der 90iger Jahre bei, die immer mal wieder in die Geschichte eingebaut wird, indem einzelne Titel direkt etwähnt oder Songtexte zitiert werden. Ich kannte jeden Song und verbinde mit einzelnen auch persönliche Momente, weshalb mich die Geschichte wohl auch so berührt hat. Alleine mit der Erwähnung von „Dirty Dancing“ hatte die Autorin schon ein riesen Stein im Brett 🙂

Aufgrund der sehr authentischen Darstellung Beccas habe ich mich des Öfteren gefragt wie viel Autobiographisches in „Ein ganzes Ja“ verarbeitet wurde, denn da gibt es offensichtlich einige Parallelen zwischen Luisa und Becca: beide haben italienische Wurzeln, sind in etwa gleich alt und auch optisch gibt es einige Übereinstimmungen. Dieser Sache muss ich wohl oder übel noch in meinem Autoreninterview mit ihr nachgehen 🙂

Einen winzigen Kritikpunkt muss ich trotzdem noch loswerden: eine der Hauptfiguren im Buch (ich kann den Namen nicht nennen, da ich dann spoilern würde, aber sie spielt in etwa im letzten Viertel eine große Rolle) ist mir persönlich zu perfekt und dadurch für meinen Geschmack etwas unglaubwürdig. Dafür ist Becca aber umso authentischer, so dass man manchmal den Eindruck hat, man lese ihr Tagebuch.

Mein Fazit: „Ein ganzes Ja“ ist eine authentische und fast autobiographisch anmutende Geschichte über die erste große Liebe und ihre Auswirkungen auf unser weiteres Leben, die mich so tief in meinem Innersten berührt hat,  dass ich den E-Reader immer mal wieder beiseite legen und tief durchatmen musste. Danke für dieses Buch, Luisa! Ich freue mich schon jetzt auf dein nächstes.

bewertung5

Vielen Dank an Katja und Luisa Sturm für dieses tolle Rezensionsexemplar!

Wie schon in meiner Rezension zu lesen, sind mir beim Lesen einige Fragen aufgekommen, die ich der Autorin zu gerne stellen würde! Deshalb gibt es hier in Kürze ein Autoreninterview mit Luisa Sturm zu lesen, bei dem ihr auch etwas sehr tolles gewinnen könnt. Seid gespannt 🙂

  • Oh, das klingt nacvh einem Buch für mich!!!! Kommt gleich auf die Wunschliste!
    LG Martina

  • Das klingt echt toll! Überhaupt nach einem Buch, was mich begeistern könnte<3