|Rezension| Ein Buchladen zum Verlieben – Katarina Bivald

Langatmig und vorhersehbar…

Ein Buchladen zum Verlieben von Katarina Bivald

copyright: btb Verlag

Verlag: btb
Gebundene Ausgabe: 19,99 Euro
Ebook: 15,99 Euro
Erscheinungsdatum: 11.08.2014
449 Seiten
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„Ich nehme an, Leben und Kummer sind wie Bauern und der Regen: Es ist wenig nötig, damit etwas wachsen kann, aber die richtige Menge, die bekommt man wohl nie. Und man kann darüber reden, so viel man will, aber das macht nicht den geringsten Unterschied“ (S. 77)

Worum geht´s?

Es beginnt mit einer ungewöhnlichen Brieffreundschaft. Die 65-jährige Amy aus Iowa und die 28-jährige Sara aus Schweden verbindet eines: Sie lieben Bücher – mehr noch als Menschen. Begeistert beschließt die arbeitslose Sara, ihre Seelenverwandte zu besuchen. Als sie jedoch in Broken Wheel ankommt, ist Amy tot. Und Sara plötzlich mutterseelenallein. Mitten in der Einöde. Irgendwo in Iowa. Doch Sara lässt sich nicht unterkriegen und eröffnet mit Amys Büchersammlung einen Laden. Und sie erfindet neue Kategorien, um den verschlafenen Ort für Bücher zu begeistern: »Die verlässlichsten Autoren«, »Keine unnötigen Wörter«, »Für Freitagabende«, »Gemütliche Sonntage im Bett«. Ihre Empfehlungen sind so skurril und liebenswert wie die Einwohner selbst. Und allmählich beginnen die Menschen aus Broken Wheel tatsächlich zu lesen – während Sara erkennt, dass es noch etwas anderes im Leben gibt außer Büchern. Zum Beispiel einen ziemlich leibhaftigen Mr. Darcy …

 

Cover und Titel

Das Cover ist ganz süß, impliziert bereits, dass es sich um einen leichten Unterhaltungsroman handelt. Mir persönlich ist es zu verspielt und deshalb definitiv kein Kandidat für einen reinen Coverkauf. Der Titel „Ein Buchladen zum Verlieben“ spricht natürlich gleich seine Zielgruppe an: Bücherverrückte und Liebesromanfans. Davon gibt es bekanntlich etliche – ich zähle mich auch dazu.

 

Mein Eindruck

Lange habe ich nicht mehr so lange für das Lesen eines Buches benötigt wie für „Ein Buchladen zum Verlieben“. Der Klappentext hat sich so vielversprechend angehört und ich war sicher, dass dieser Roman genau das Richtige für einen Bücherwurm wie mich ist. Leider konnte mich die ganze Geschichte von Anfang an überhaupt nicht fesseln. Alles ist überfrachtet mit den schönsten Klischees: die Protagonistin Sara ist ein Bücherwurm par excellence – nicht sonderlich hübsch, schüchtern, in sich gekehrt und lieber von Büchern als von Menschen umgeben. Ich hatte den Eindruck, die Autorin setzt hier alles auf die „Identifikation als Bücherwurm“-Karte und natürlich gibt es einige Passagen in denen man sich selbst wiedererkennt (z.B. als Sara besorgt ist, weil sie nur 13 Bücher mit den Urlaub genommen hat). Aber insgesamt ist Sara als Protagonistin einfach zu langweilig und klischeebeladen. Außerdem erfüllen alle Menschen, die sie in Broken Wheel kennenlernt, jedes amerikanische Kleinstadt-Klischee: der heiße Junggeselle (der natüüürlich nichts von der nicht so hübschen Sara will – oder vielleicht doch?), die derbe Barbesitzerin, der einzige Afroamerikaner, der es nie leicht hatte in der Kleinstadt, usw. usw.
Die ganze Geschichte zieht sich mangels Spannung wie Kaugummi und auch der Schreibstil ist nicht besonders fesselnd. Ein Lesefluss will einfach nicht aufkommen. Möglicherweise liegt das aber auch an der Übersetzung des Buches aus dem Schwedischen.
Während einige Handlungsstränge dermaßen vorhersehbar sind, dass man das Buch eigentlich am liebsten gar nicht weiterlesen würde, sind wiederum andere so unrealistisch, dass der ganze Roman auf mich mühselig zusammenfantasiert wirkt. Gleiches gilt für die Briefe, die gelegentlich die Geschichte unterbrechen. Normalerweise trägt ein solches Stilmittel ja zur Spannungssteigerung oder zumindest zum besseren Verständnis des zuvor Erzählten bei. In diesem Fall sind die einseitigen Briefe (es werden nur Amys Briefe abgedruckt, nicht aber Saras Antworten) aber ebenso dröge wie der Rest der Geschichte.
Wer wie ich auf neue Buchtipps hofft, die den im Klappentext erwähnten Kategorien zuzuordnen sind, wird leider enttäuscht. Es werden zwar einzelne Bücher genannt, aber nichts, was man nicht schon kennen würde (Stichwort: Klischee).

Mein Fazit: Leider habe ich mich aufgrund der klischeebeladenen Handlung und Charaktere nicht in das Buch verlieben können. „Ein Buchladen zum Verlieben“ ist wohl eher etwas für Gelegenheitsleser, die sich an der sehr einfachen, vorhersehbaren Geschichte nicht stören.

 

Bewertung2

Ein herzliches Dankeschön an den btb Verlag  für dieses Rezensionsexemplar!