|Rezension| Immer wieder du und ich – Juliet Ashton

Eine Liebesgeschichte mit vielen überraschenden Wendungen

 

Immer wieder du und ichVerlag: Rowohlt
Originaltitel: These Days Of Ours
Übersetzung: Silke Jellinghaus/ Katharina Naumann
Taschenbuch: 9,99 Euro
Ebook: 9,99 Euro
Hörbuch: 20,95 Euro
Erscheinungsdatum: 22.01.2016
400 Seiten
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„Nach all den Jahren, in denen sie sich hatte wegducken müssen, wenn Mum mal wieder wegen irgendwelcher Kleinigkeiten Geschirr nach Dad warf, war es Balsam auf ihrer Seele, mit jemanden zu leben, der so leichtgängig war. Und wenn ihr die geballte Höflichkeit in ihrer Ehe zu viel wurde, rief sie einfach ihre Mutter an und provozierte sie ein wenig.“ (S. 61)

 

Worum geht´s?

Ein Roman über die Liebe. Über die kleinen und großen Abenteuer des Lebens. Und über zwei, die sich lieben, aber immer wieder verpassen.
Kate liebt Charlie. Charlie liebt Kate. Das war schon immer so. Sie sind füreinander geschaffen. Aber es ist kompliziert: Denn stets ist Charlie gerade vergeben, wenn Kate bereit ist. Und umgekehrt. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege, auf Partys, Hochzeiten und Beerdigungen. Vergessen können Kate und Charlie einander nicht. Aber ist es nicht irgendwann zu spät für die große Liebe? Oder bietet ihnen das Leben noch eine zweite Chance?

 

Cover und Titel

Das Cover von „Immer wieder du und ich“ hat mich sofort angesprochen. Ich mag diesen dezenten Hintergrund in Verbindung mit den vielen liebevollen Zeichnungen, die sich auf verschiedene Momente der Geschichte beziehen. Der weiße Titel fügt sich wunderbar in das Gesamtbild. Nur dieser pinkfarbene Aufkleber und Autorenname „stören“ diese Harmonie ein wenig. Andererseits passt dieses Pink gut zum ersten Roman der Autorin („Ein letzter Brief von dir“), der in eben jenem Pink gestaltet ist. Überhaupt sind beide Bücher optisch sehr aneinander angelehnt, was mir ausgesprochen gut gefällt.

Der Titel „Immer wieder du und ich“ deutet schon an, dass es sich hier um ein Liebes-Hin und Her handelt, was mich neugierig gemacht hat. Ich liebe ja solche Geschichten in denen die Protagonisten immer am Happy End vorbeischrammen. Der Originaltitel „These days of ours“ geht in eine ähnliche Richtung, würde aber in der deutschen 1:1 Übersetzung „In diesen Tagen von uns“ etwas holprig klingen.
 

Mein Eindruck

„Immer wieder du und ich“ ist der zweite ins Deutsche übersetzte Roman der Autorin Juliet Ashton. Ihr Debüt „Ein letzter Brief von dir“ habe ich (noch) nicht gelesen, aber bisher schon viel Gutes darüber gehört und gelesen, so dass ich sehr gespannt war auf diese neue Liebesgeschichte.
Jedes Kapitel beginnt mit einer Einladung zu einem Event, im ersten Kapitel ist es beispielsweise die Einladung zum 5. Geburtstag der Protagonistin Kate. Da die Autorin mit ihrer Geschichte eine Zeitspanne von etwa 40 Jahren abdeckt, ist dies ein wunderbares Stilmittel, um ein paar Sprünge in der Zeit zu machen, ohne den Leser dabei zu verlieren, denn dieser ist durch das Datum der Einladungen nicht nur über die aktuelle Zeit sondern auch über die aktuelle Situation sofort im Bilde. Das denkt man zumindest, denn die Autorin schafft es immer wieder auf’s Neue den Leser damit auf eine falsche Fährte zu locken. Die veränderten Umstände im Laufe der Jahre (wer mit wem, etc.) werden dann erst im Laufe des Kapitels aufgeklärt und immer wieder war ich erstaunt mit welchem Einfallsreichtum Juliet Ashton die scheinbar vorhersehbare Geschichte in eine andere Richtung verlaufen lässt.

 

Der originelle Charakter der Geschichte mit ihren vielen Überraschungsmomenten, die meines Erachtens den Charme von „Immer wieder du und ich“ ausmachen, leidet allerdings unter den zum Teil sehr weit hergeholten Ereignissen. Die Geschichte ist so überfrachtet mit kleineren und größeren Katastrophen, das sie leider ihren Bezug zur Realität einbüßt. Weniger Ereignisse und Partnerwechsel hätten dem Plot gut getan und mehr Authentizität verliehen. Aber so sind die teilweise an den Haaren herbeigezogenen Nebenhandlungen eher störend, weil sie oft auch zu nichts führen und damit redundant sind. Die Geschichte von Kate und Charlie wirkt damit einfach zu konstruiert und auch die Charaktere kommen dadurch zu kurz. Trotz einiger emotionaler Szenen bleibt Juliet Ashton immer nur an der Oberfläche.

 

Mein Fazit: Es ist wirklich verdammt schwierig ein abschließendes Urteil über diesen Roman zu fällen. Einerseits habe ich es geliebt wie die Autorin den Leser immer wieder auf eine falsche Fährte lockt, weil das dem Roman ein unheimliches Tempo verschafft. Andererseits war es die Handlung für meinen Geschmack zu überfrachtet und damit zu konstruiert, wodurch die Geschichte ihre Authentizität eingebüßt hat. Trotzdem habe ich die Liebesgeschichte von Kate und Charlie gern gelesen.

 

Bewertung3

 

Vielen Dank an Lotta von Lottas Bücher für die schöne Leserunde und an den Rowohlt Verlag, der die Bücher dafür zur Verfügung gestellt hat.

 

Weitere Rezensionen zum Buch:
  • Lotta

    Hallöchen meine liebste Evi,
    das ist ja ein wirklich netter Titel für dieses Buch.. ja viele überraschende Wendungen, das kann man durchaus sagen. ^^ Von mir hat das Buch auch nicht mehr als eine drei bekommen und wenn ich Jassi so beim Lesen „zu höre“ dann frage ich mich fast, ob ich es auf eine vier ändern muss.. xD
    Es war doch schon vieles ziemlich an den Haaren herbeigezogen, aber nun gut.
    Irgendwie schaffe ich es immer wieder so solala Bücher für meine Leserunden herauszusuchen. Unglaublich. D:

    Liebst, Lotta

    • booksinmyworld

      Meine liebste Lotta,

      das Kuriose ist ja, dass ich das Buch irgendwie trotzdem gern und vergleichweise schnell gelesen habe 🙂 Ich hab ja zwischenzeitlich überlegt ihm sogar 4 von 5 Punkte zu geben, aber du hast recht: Es ist einfach zu viel an den Haaren herbeigezogen.
      Und die Leserunde war trotzdem lustig, weil es ja irgendwie allen so ging. Ich bin schon sehr auf die nächste LR und vor allem deine Buchwahl dafür gespannt. Hihi

      Liebste Grüße
      deine Evi