|Rezension| Die Nacht schreibt uns neu – Dani Atkins

Kann mit Atkins‘ Debütroman nicht mithalten!

 

die nacht schreibt uns neuVerlag: Knaur
Übersetzer: Birgit Moosmüller
Originaltitel: The Story Of Us
Taschenbuch: 9,99 Euro
Ebook: 9,99 Euro
Erscheinungsdatum: 17.12.2015
448 Seiten
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„Das ist das Problematische am Tod: Es gibt keine festen Anstandsregeln, die einem vorschreiben, wie man richtig trauert oder anderen sein Beileid bekundet.“ (S. 78)

 

Worum geht´s?

Emma macht sich bereit für ihren großen Tag. Die Wimperntusche in ihrer Hand zittert ein wenig, aber ein bisschen Nervosität ist ganz normal, oder? Beim Blick in den Spiegel tasten Emmas Finger automatisch nach der alten Narbe dicht unter ihrem Haaransatz. Das sichtbare Andenken an die Nacht, die ihr Leben verändert hat. Und nicht nur ihres. Emma erinnert sich: an den furchtbaren Unfall auf dem Heimweg von ihrem Junggesellinnenabschied, an den Tod ihrer besten Freundin Amy, an ihren Retter Jack, an Richards liebevolle Reaktion, als sie ihn gebeten hat, die Hochzeit zu verschieben. Und an alles, was danach kam. Schließlich klopft es an der Tür. Jemand ist gekommen, um Emma nach unten zu führen. Wer? Lassen Sie sich überraschen!

 

Cover und Titel

Das Cover von „Die Nacht schreibt uns neu“ ist genauso zauberhaft wie von Atkins Debütroman „Die Achse meiner Welt“. Beide sehen im Bücherregal nebeneinander nicht nur wunderbar aus sondern spiegeln außerdem den wesentlichen Aspekt der jeweiligen Geschichte wider. Hier geht es demnach um eine Nacht (Nachthimmel), die für zwei Menschen (, die gemeinsam mit dem Rücken zum Betrachter auf einer Linie stehen) alles verändert. Insofern ist auch der deutsche Titel mehr als gelungen, während der Originaltitel „The Story Of Us“ doch eher nicht besonders aussagekräftig ist.

 

Mein Eindruck

Nachdem ich von Dani Atkins Debütroman „Die Achse meiner Welt“ und des besonderem Charme aufgrund der originellen Story so begeistert war, konnte ich es kaum erwarten den neuen Roman der Autorin, der durch das schöne Cover genau so vielversprechend aussah wie das erste Buch, zu lesen.

Der Einstieg in die Geschichte gelang mir wieder unmittelbar, wenngleich der Plot mich anfangs sehr stark an „Die Achse meiner Welt“ erinnert hat: Wieder ist es ein Autounfall, bei dem ein Mensch uns Leben kommt und dadurch das Leben seiner bzw. im dem Fall ihrer Mitmenschen dadurch komplett auf den Kopf stellt. Im weiteren Verlauf geht es dann aber nicht wie in Atkins Debütroman um Schuld und die „Was wäre wenn…“-Frage, sondern vielmehr um ein einscheidenes Erlebnis, das dazu führt, sein bisherigen und zukünftiges Leben zu überdenken.

Obwohl mir Dani Atkins‘ flüssiger Schreibstil auch dieses Mal gut gefällt, bin ich mit der Geschichte insgesamt nicht warm geworden. Das liegt zum einen an den Protagonisten, die irgendwie blutleer und charakterschwach erscheinen. Ich fand keinen besonders sympathisch oder unsympathisch; sie waren insgesamt einfach langweilig und stereotyp, allen voran Jack: der unfassbar gut aussehende und erfolgreiche Autor, der so reich und schön ist, sich dieser Vorzüge aber natürlich nicht bewusst ist. Das Klischeehafte gipfelt dann leider in den Liebesszenen wie hier: „Fasziniert betrachtete ich seinen langen, kräftigen Hals, während er ein paar große Schlucke trank. Wie hypnotisiert verfolgte ich das Spiel der Muskeln unter der gebräunten Haut.“ Irgs! Geht es bitte noch abgeschmackter? Des Weiteren gibt es dann noch so nette Szenen wie Protagonisten vom Regen durchnässt in dünner Bluse… Ich denke, ich muss das nicht weiter ausführen.

Der Verlauf der Handlung ist insgesamt vorhersehbar und bietet außer am Ende wirklich keine großen Überraschungen. Mit dem Schluss hat die Autorin allerdings wie auch schon bei „Die Achse meiner Welt“ wieder einen Coup gelandet und konnte mich so ein wenig mit der Geschichte versöhnen.

Mein Fazit: Meine hohen Erwartungen an „Die Nacht schreibt uns neu“ konnten leider nicht erfüllt werden. Dani Atkins schreibt hier eine Geschichte, die vor Klischees und Vorhersehbarkeiten nur so strotzt und deren Protagonisten charakterschwach sind. Einzig das überraschende Ende konnte mich etwas mit der Story versöhnen, so dass ich noch wohlwollende 3 von 5 Punkte vergebe.

 

Bewertung3

 

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

 

Weitere Rezensionen zum Buch:
  • Tatze

    Hey Evi 🙂

    mir hat „Die Nacht schreibt uns neu“ wesentlich besser gefallen als dir, obwohl ich auch ein paar Sachen nicht so gut fand. Ich hatte aber auch keine so hohen Erwartungen wie du, da ich bisher noch kein anderes Buch von ihr gelesen habe.

    Liebe Grüße,
    Tati

    • booksinmyworld

      Liebe Tati,

      ja, das mit den hohen Erwartungen ist wirklich ein Problem, aber man kann sie leider nicht so recht beeinflussen. Allerdings gehen bei diesem Roman die Geschmäcker wohl wirklich auseinander. Lotta, die ja auch den 1. Roman der Autorin kennt, fand diesen hier ja zum Beispiel auch überzeugend. Sonst bin ich eigentlich was Klischees angeht, auch gar nicht soo streng, aber hier hat mich das schon extrem gestört. Vielleicht war es einfach das falsche Buch zur falschen Zeit 🙂

      Liebe Grüße
      Evi

  • Lulu Wab

    Ohje, sowas hab ich schon befürchtet, als ich den Klappentext gelesen hab. Mir hatte auch ihr erstes Buch nicht soo gut gefallen. Und dabei ist das Cover so schön… hach ja.

    Liebe Grüße
    Luise

    • booksinmyworld

      Hey liebe Luise,
      ja, da hast du absolut recht: Die Cover sind traumhaft. Und ich denke, ich werde genau deshalb auch ihren 3. Roman, der wohl aktuell in Planung ist, lesen. Aber wenn dir schon ihr 1. Roman nicht sooo gut gefallen hat, solltest du diesen hier wohl wirklich nicht lesen. Hoffen wir auf eine überzeugende Story beim 3. Buch. Schließlich heißt es ja: Aller guten Dinge sind 3 🙂

      Liebe Grüße
      Evi