|Rezension| Die Bücherfreundinnen – Jo Platt

Der Nachname der Autorin ist leider Programm…

 

51KirSUwd6LVerlag: Rowohlt
Originaltitel: It was you
Übersetzung: Katharina Neumann
Taschenbuch 9,99 Euro
Ebook: 9,99 Euro
Erscheinungsdatum: 21.05.2016
384 Seiten
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„Er ist nicht der Meinung, er hätte etwas falsch gemach. Er denkt, dass er alle nur beschützt hat. Er hält sich für eine Art Kreuzung aus einem Psychiater und einem Superhelden.“ – „Captain Kranke Scheiße.“ – „Ganz genau.“ (S.298f.)

 

Worum geht´s?

Alice, Miriam, Sophie, Connie und Abigail sind die besten Freundinnen. Sie lachen zusammen und sie lesen zusammen. Einmal im Monat trifft sich ihr Buchclub. Doch eine fehlt – Lydia. Vor drei Jahren starb sie an Krebs. Ihr letzter Wunsch an die Freundinnen: Ihr Mann sollte in den Club aufgenommen werden, seitdem ist Jon bei jedem Treffen dabei. Die Freundschaft hat allen fünf geholfen, mit dem Verlust fertigzuwerden. Nur Alice ist nicht glücklich. Eine Dating-Katastrophe jagt die nächste. Kein Mann scheint richtig zu sein für die Innenarchitektin. Ihre Freundinnen sind fest entschlossen, Alice zu ihrem Glück zu zwingen, denn sie ahnen, dass es näher liegt, als Alice sich eingestehen will.
«Die Bücherfreundinnen», der neue Roman von Jo Platt nach dem Spiegel-Bestseller «Herz über Kopf», ist ein Plädoyer für die Freundschaft und dafür, zweite Chancen im Leben zu nutzen.

 

Cover und Titel

Bei Cover und Titel fällt mir nach der Lektüre nur eines ein: What the fuck? Ich glaube, in diesem Lesejahr habe ich noch keinen Roman gelesen bei dem Cover und Titel so wenig zum Inhalt gepasst haben.

Ausgewählt habe ich diesen Roman vor allem aufgrund seines Titels „Die Bücherfreundinnen“. Als Buchnerd fühlt man sich von diesem Titel natürlich sofort angesprochen und erwartet eine schöne Geschichte über Bücher und Freundschaft. Was man dagegen bekommt ist die Geschichte einer Frau auf der Suche nach Mr. Right. Interessant ist der Originaltitel „It was you“, der diese Liebesgeschichte auch als solche kenntlich macht und keine falschen Erwartungen erzeugt.

Das Cover, das durch einen gelben Hintergrund und einen gemalten roten Apfel im Vordergrund dominiert wird, passt genauso wenig zum Inhalt wie der Titel. Ich habe keinen blassen Schimmer was der Verlag sich dabei gedacht hat.

 

Mein Eindruck

Wie bereits oben erwähnt, habe ich mir von diesem Roman eine schöne Geschichte über eine Frauenfreundschaft – und noch viel wichtiger – Bücher erhofft. Unglücklicherweise geht es in „Die Bücherfreundinnen“ aber nicht um Bücherfreundinnen, sondern um eine Frau, die auf der Suche nach Mr. Right ist und dabei des Öfteren in die Sch… greift. Hätte ich das im Vorfeld gewusst, hätte ich diesen Roman nicht gelesen. Insofern hat der Verlag zumindest eines mit dem Titel geschafft: Er macht neugierig.

Natürlich geht es im weiteren Sinne auch um Bücherfreundinnen. Besagte Frau namens Alice ist nämlich Mitglied eines Buchclubs, der sich aus ihren Freundinnen zusammensetzt. Um Bücher geht es allerdings bei diesen Treffen nur am Rande. Eigentlich ist es ein fröhliches Beisammensein und der Austausch von Klatsch und Tratsch. Eine der Freundinnen ist vor kurzer Zeit gestorben, dafür trat ihr Mann in den Club ein, damit er nicht vereinsamt. Dieser Aspekt – der Tod ihrer Freundin – wird sehr nebensächlich behandelt. Hier fehlt es der Geschichte an Tiefe. Thematisiert wird vielleicht in 5 Sätzen, dass es für die Freundinnen komisch ist, wenn der Witwer der Verstorbenen sich wieder mit Frauen trifft. Alle anderen Gedanken werden komplett ausgeklammert. Das fand ich wirklich enttäuschend.

Was mich neben dem Fakt, dass der Titel falsche Erwartungen weckt, am meisten an diesem Roman gestört hat, war seine Vorhersehbarkeit. Bereits nach wenigen gelesenen Seiten weiß man wie die Geschichte ausgeht. Trotzdem wird versucht eine künstliche Spannung a la „Wer ist wohl Mr. Right?“ zu erzeugen, die mich nur mit den Augen rollen ließ. Es gibt keine überraschenden Wendungen oder wandlungsfähige Charaktere. Alles plätschert so vor sich hin und gipfelt in einem – natürlich – romantischen Happy End.

Zu Gute halten muss ich der Autorin allerdings ihren Schreibstil, der sehr flüssig und humorvoll ist. Man kann diesen Roman gut in einem Rutsch lesen, was auch der Grund dafür ist, dass ich ihn überhaupt zu Ende gelesen habe.

 

Mein Fazit:
„Die Bücherfreundinnen“ ist eine Mogelpackung, die nicht hält was sie verspricht. Damit könnte ich sogar noch leben, wenn mich wenigstens der Plot überzeugt hätte. Diesem mangelt es jedoch an Originalität und Spannung. Deshalb gibt es von mir keine Leseempfehlung.

 

Bewertung2

 

Vielen Dank an

und den Rowohlt Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

 

Weitere Rezensionen zum Buch:
  • Tintenelfe

    Irgendwie beruhigend, jemanden zu finden, dem es genauso wie mir erging. Ich dachte schon, ich hätte vielleicht ein anderes Buch gelesen. ?