|Rezension| Der Sommer mit Kate – Kylie Kaden

Ein Plot mit Potential aber stereotypen Charakteren

 

 

Der Sommer mit KateVerlag: Ullstein
Übersetzer: Uta Hege
Taschenbuch: 9,99 Euro
Ebook: 8,99 Euro
Erscheinungsdatum: 08.05.2015
480 Seiten
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„Menschen, die so tun, als würden sie ein rundherum perfektes Leben führen, leben oft in einem Kartenhaus, das bei der kleinsten Windböe in sich zusammenfällt.“ (S. 125)

Worum geht´s?

Kate war ihre beste Freundin – neu in der Schule, wild, extrovertiert, strahlend schön. Fray verzieh ihr sogar, dass Kate mit Jack zusammen kam, obwohl sie selbst ihn liebte. Kate und Fray waren unzertrennlich. Bis zu jener Nacht am Strand, als Kate spurlos verschwand. Bis heute lebt Fray mit der Schuld. Und mit der Frage: Was geschah wirklich in jener Nacht? Gerade als sie beschlossen hat, nach vorn zu sehen, taucht Jack wieder auf. Er ist ihr neuer Nachbar, und er ist nicht allein: Er hat einen kleinen Sohn. Fray versucht, die Distanz zu wahren, zu viel ist zwischen Jack und ihr passiert. Doch die Vergangenheit lässt sich nicht so einfach verdrängen – und die alten Gefühle auch nicht…

Drei Freunde, eine schicksalhafte Nacht, ein Verrat, der alles verändert…

 

 

Cover und Titel

Das Cover von „Der Sommer mit Kate“ hat mich sofort angesprochen als ich es zum ersten Mal an dem Stand des Ullstein Verlags auf der Leipziger Buchmesse gesehen habe. Es passt nicht nur farblich genau in mein Beuteschema, sondern hat außerdem eine schöne Reliefstruktur, die man leider nur bewundern kann, wenn man den Roman wahrhaftig in den Händen hält. Es versprüht durch die Farbgebung und die abgebildeten Blumen natürlich gleich Sommerflair, hat allerdings mit dem Inhalt des Romans rein gar nichts zu tun. Das Originalcover hingegen setzt einen ganz anderen Fokus, nämlich nicht auf die „Sommer-Thematik“, sondern auf die Figur der Kate, indem es das Foto einer jungen Frau abbildet, die Kate sein soll.

Obwohl mir die Reliefstruktur und die Optik des Covers der deutschen Ausgabe wirklich gut gefallen, finde ich, dass das Originalcover die Ernsthaftigkeit der Geschichte besser widerspiegelt.

Den Titel „Der Sommer mit Kate“ finde ich sehr gelungen, da er auf das Ereignis, das letztlich den gesamten Plot bestimmt, Bezug nimmt. Der Originaltitel „Losing Kate“ verrät meines Erachtens schon zu viel von der Geschichte.

 

Mein Eindruck

Neugierig war ich auf diesen Roman, weil der Klappentext eine spannende Kombination aus Sommer-Liebesroman und Krimi versprach. Und genau auf diese beiden Komponenten legt Kylie Kaden auch den Fokus ihres Plots. Da gibt es also zum einen den Handlungsstrang in der Gegenwart, in der Fray nach einem Jahrzehnt wieder auf ihren besten Freund aus Jugendtagen (Jack) trifft, für den sie schon immer mehr empfand als nur Freundschaft. Zum anderen nimmt die Autorin den Leser mit in jenen Sommer mit Kate, der auch der Titelgeber des Romans ist, in dem Kate und Jack ein Paar und Fray das dritte Rad am Wagen ist und Kate in einer schicksalhaften Nacht plötzlich verschwindet. Dadurch werden zwei Spannungsbögen aufgebaut, denn man will nicht nur wissen was in dieser Nacht passiert ist, sondern natürlich auch, ob Fray und Jack in der Gegenwart zueinander finden. Das hat zur Folge, dass ich innerhalb von zwei Tagen förmlich durch diesen immerhin knapp 500 Seiten dicken Roman geflogen bin.

Mit Sicherheit ist dies keine leichte Sommerlektüre wie das Cover implizieren mag, da Kylie Kaden durchaus ernsthafte Themen authentisch und spannend verarbeitet, die einem ein ums andere Mal den Atem stocken oder vor Überraschung die Augen aufreißen lässt.

Ein großes Manko in „Der Sommer mit Kate“ sind die stereotypen Charaktere. Da hätten wir den überaus heißen Ex (Jack), dessen superdünne Barbie-Freundin (Sara) und ihr gemeinsames supersüßes Kind, das natürlich aussieht wie er. Im Kontrast zu diesem perfekten Paar gibt es die schusselige Fray, deren Kleiderschrank die uncoolsten Kleidungsstücke überhaupt beinhaltet und die im Gegensatz zu Jack und seiner Bilderbuchfamilie nicht in einem supertollen neuen Haus, sondern in einer Bruchbude lebt, die sie selbst nach und nach renoviert. Leider waren all diese Details in Kombination für mich zu viel Klischee auf einmal, auch wenn mir die Protagonistin grundsätzlich sympathisch war, weil sie eben eine liebenswerte Chaotin ist. Eine Ausnahme stellt die Titelgeberin Kate dar, deren Charakter durchaus vielschichtig und spannend ist, der aber nur in einem der beiden Handlungsstränge eine Rolle spielt.

Außerdem störte mich noch ein kleiner Logikfehler in der Geschichte, der vielleicht auch keiner ist, aber mir zumindest sehr realitätsfremd vorkam und das ist die Tatsache, dass die Protagonisten im Jahr 2000 anstatt CDs, die meiner Meinung nach in diesem Jahr das vorrangige Musikmedium waren, Schallplatten und Kassetten auf einem Walkman hörten. Sicher ist dies kein Grund, einen Roman nicht zu lesen, aber erwähnen wollte ich dieses für mich nicht unwichtige Detail trotzdem.

Das Ende hat mich zwiegespalten zurückgelassen. Sowohl die Auflösung von Kates Verschwinden als auch wie die Geschichte mit Fray und Jack ausgeht, war leider etwas vorhersehbar. Doch damit könnte ich noch leben, wenn Letzteres nicht so dermaßen über meiner Kitsch-Schmerzgrenze liegen würde. Da konnte ich leider nur noch die Augen verdrehen.

 

Mein Fazit: „Der Sommer mit Kate“ bietet dem Leser einen angenehmen, unterhaltsamen Schreibstil und spannenden Plot mit zwei Handlungssträngen, deren Ende aber leider ab den letzten 100 Seiten vorhersehbar ist und bei dessen Charakteren sich in der Stereotypen-Schublade bedient wurde. Trotzdem habe ich diesen Roman gern gelesen, weil vor allem der Handlungsstrang aus der Vergangenheit mich mitreißen konnte.

Bewertung3

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

 

Weitere Rezensionen zum Buch:

Genuss-Fee | Goldkindchen | Magische Momente

 

  • Lottas Buecher

    Hallöchen meine liebste Evi,
    ich habe das Buch ja auch voll Ullstein bekommen im Zuge der Herzenstage, aber ich habe mir schon vorher gedacht, dass es eher nicht so meins ist. Und deine Rezension bestätigt dass mit jedem Wort noch einmal. Das ganze ist schon nicht so meins und dann gibt es auch noch ein paar negative Aspekte.. Ich denke ich werde das Buch verlosen. 😀

    Liebst, Lotta