|Rezension| Der Hut des Präsidenten – Antoine Laurain

Ein humorvoller Roman mit französischem Charme über die Kraft der Gedanken

 

Der Hut des PräsidentenVerlag: Atlantik
Übersetzer: Claudia Kalscheuer
Originaltitel: Le chapeau de Mitterand
Gebundene Ausgabe: 20,00 Euro
Ebook: 15,99 Euro
Erscheinungsdatum: 18.01.2016
240 Seiten
Kaufen? Gebundene Ausgabe oder Ebook

„Die wichtigsten Ereignisse unseres Lebens sind immer die Folge einer Verkettung winziger Details.“ (S. 28)

Worum geht´s?

Die große Liebe finden, ein meisterhaftes Parfüm kreieren, der Chef des eigenen Chefs werden: Wer träumt nicht davon, seinem Leben eine neue Richtung zu geben? Und sind Träume nicht reine Kopfsache? Als der Präsident seinen Hut in einer Brasserie vergisst, setzt sein Tischnachbar ihn auf – und schlagartig ändert sich dessen Leben. Doch der Hut wandert weiter von Kopf zu Kopf, um seine ganz besondere Wirkung zu entfalten. Ein Roman voller Charme und Überraschungen, über große Ziele und glückliche Wendungen – und was man dafür drauf haben muss.

 

Cover und Titel

Bei der Gestaltung des Covers hat sich der Verlag an Antoine Laurains Vorgänger-Roman „Liebe mit zwei Unbekannten“ orientiert: Auch dieser hatte eine türkisfarbenen Hintergrund und ein rotes Motiv in der Mitte. Damit bilden beide Bücher ein wundervolles, stimmiges Duett im Bücherregal.

Im Mittelpunkt dieses Covers steht dieses Mal nur nicht ein Mann und eine Frau mit ihrer Handtasche, sondern Hut, der auch titelgebend für diesen Roman ist: „Der Hut des Präsidenten“, der sich auf der Spitze des Eiffelturms befindet, womit gleich klar ist, um welchen Präsidenten es sich handelt bzw. wo Laurain seine Geschichte ansiedelt, nämlich dem Paris der 80er Jahre.

Der Titel ist an den französischen Originaltitel, der übersetzt so viel heißt wie „Mitterands Hut“, angelehnt. Ich finde es absolut legitim, dass man bei der deutschen Ausgabe auf den Namen des ehemaligen französischen Präsidenten, den in Deutschland vermutlich nicht jeder Leser kennt, verzichtet hat und halte den deutschen Titel für absolut gelungen.

 

Mein Eindruck

Nachdem ich von Antoine Laurain Debütroman (in Deutschland) „Liebe mit zwei Unbekannten“ so angetan war, das ich ihn zu meinen persönlichen Top 10 des Jahres zähle, konnte ich es kaum erwarten, „Der Hut des Präsidenten“ in die Finger zu bekommen und war gespannt und auch ein wenig nervös, ob Antoine Laurain mich erneut mit seinem typisch französischem Charme begeistern kann.

Ich nehme es gleich mal vorweg: er kann! Auch wenn die Geschichte dieses Mal keine klassische Liebesgeschichte ist, konnte Antoine Lauraine mich erneut bezaubern. Sein Plot um den Hut des Präsidenten überzeugt in erster Linie durch seine Originalität und vier glaubhafte Charaktere, deren Leben durch den Hut des Präsidenten eine andere Wendung nimmt. Klingt komisch? In der Tat ist die Geschichte mitsamt ihrer Protagonisten ein wenig skurril und dennoch absolut glaubwürdig. Ich würde sogar soweit gehen, dass sich „Der Hut des Präsidenten“ durch die eingebauten historischen Fakten und Persönlichkeiten stellenweise wie ein Tatsachenbericht liest. Dies trifft allerdings nicht auf Laurains Erzählstil zu, der wie auch schon bei „Liebe mit zwei Unbekannten“ wundervoll literarisch, anspruchsvoll und einfach typisch französisch ist.

Er erzählt vier Geschichten mit vier sehr verschiedenen Protagonisten, die lediglich drei Dinge gemein haben: sie gehören alle mehr oder weniger der Pariser Oberschicht an, sind auf unterschiedliche Art sehr eigen und kommen alle in Berührung mit dem Hut des Präsidenten. Diese vier originellen Charaktere gepaart mit dem typischen Pariser Flair und Laurains unvergleichlichen dezenten Humor machen den Charme seines neuen Romans aus.

Der Plot ist von Anfang bis Ende bis ins kleinste Detail durchdacht, wirkt dennoch nicht konstruiert; man merkt vielmehr wie viel Liebe und Herzblut der Autor in die Geschichte investiert hat. Die einzelnen „Hut-Geschichten“ gehen fließend ineinander über, nehmen Bezug aufeinander und gipfeln in einem sehr gelungenen und überraschenden Ende, das die Geschichte wunderbar abrundet und den Leser das Buch mit einem breiten Lächeln zuklappen lässt.

Mein Fazit: Mit „Der Hut des Präsidenten“ knüpft Antoine Laurain an den Erfolg seines Vorgänger-Romans „Liebe mit zwei Unbekannen“ an. Wieder erzählt er in einem ansprechenden Erzählstil eine Geschichte mit typisch französischen Charme, die dieses Mal allerdings keine Liebesgeschichte sondern vielmehr eine Hommage an die Kraft der Gedanken ist und aufzeigt, dass es manchmal nur ein kleines Accessoire ist, was die Menschen dazu bringt scheinbar Unmögliches zu meistern.

Ich freue mich schon sehr darauf diese Geschichte auf der Kinoleindwand zu sehen und bin sehr gespannt auf die Rollenbesetzung.

 

bewertung5

 

Vielen Dank an den Atlantik Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

 

Weitere Rezensionen zum Buch:
  • Tatze

    Hey Evi 🙂

    jetzt habe ich schon so viel über „Der Hut des Präsidenten“ gelesen, dass ich es unbedingt auch lesen möchte. Deine Rezension macht das auch nicht besser 😀 Sie wirklich toll!

    Liebe Grüße,
    Tati

    • booksinmyworld

      Liebe Tati,

      ganz lieben Dank für deine netten Worte. Und ja, du musst es lesen! Es ist einfach mal was ganz anderes. Der Plot ist so originell und einfach herrlich französisch. Das perfekte Frühlings-Buch!

      Liebe Grüße
      Evi