|Rezension| Bittere Lügen – Karen Perry

Erst skeptisch, dann gefesselt! 

Fischer Scherz
Broschiert: 14,99 Euro 

Ebook: 12,99 Euro

  400 Seiten 

Erscheinungsdatum: 24. April 2014

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„Wieso messen wir unsere Liebesaffären nach zeitlichen Maßstäben? Eine Ehe, die vierzig Jahre hält, gilt als Erfolg. Aber manche Beziehungen, die nur von kurzer Dauer sind, können bedeutsamer, in gewisser Weise nachhaltiger sein als die, die sich über ein ganzes Leben erstrecken.“ 

Worum geht´s?

In Sekundenbruchteilen liegt ihr Leben in Schutt und Asche. Harry und Robin haben bei einem schrecklichen Erdbeben ihren dreijährigen Sohn Dillon verloren. Auch fünf Jahre später überschattet der unfassbare Verlust, das Gefühl der Ohnmacht und Schuld jede Minute ihres Zusammenlebens. Bis zu dem kalten Wintertag, als Harry denkt, Dillon in Dublin auf der Straße gesehen zu haben. Seither ist er von dem Gedanken besessen, dass sein Sohn noch leben könnte. Und er ist bereit, bis zum Äußersten zu gehen, um die ganze Wahrheit ans Licht zu bringen. Mit unvorstellbaren Folgen…

Cover und Titel:
Beim ersten Blick auf das Cover wird sofort klar: hier handelt es sich um eine düstere Geschichte. Das Bild ist in dunklen Farben gehalten- alleine die grauen Wolken am Himmel wirken für sich schon recht bedrohlich. Normalerweise bin ich ja immer ein Verfechter der Originaltitel von übersetzten Büchern. Dieser lautet „The Innocent Sleep“ – definitiv auch passend und spannend, aber als direkte Übersetzung klingt es dann doch irgendwie merkwürdig, so dass ich den deutschen Titel „Bittere Lügen“ auch sehr passend und gut finde.

  

Mein Eindruck: 
Ich gebe zu: der Anfang des Buches war für mich etwas mühselig. Obwohl der Prolog mich sofort überzeugte, war ich nach den ersten 4 Kapiteln nicht von der Geschichte überzeugt. Dies lag vor allem an dem Charakter von Harry, den ich absolut unsympathisch fand. Doch dann entwickelte sich die Geschichte rasend weiter. Durch viele Rückblicke wurden gewisse Verhaltensweisen nachvollziehbarer und ich konnte mich besser in ihn hineinversetzen.
Das Besondere an „Bittere Lügen“ ist die Tatsache, dass hier ein Autorenduo am Werk war, dessen unterschiedlichen Schreibstil man deutlich wahrnimmt. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Harry und Robin erzählt und es ist anzunehmen, dass auch die Autoren abwechselnd die Geschichte geschrieben haben. Gerade weil in dieser Geschichte vieles Unausgesprochen bleibt, st diese Erzählweise ungeheuer wichtig, um sich besser in das Geschehen einfühlen zu können. 
Die Geschichte ist teilweise sehr bedrückend, teilweise dramatisch und in den letzten beiden Dritteln absolut fesselnd. Alles dreht sich um die Frage „Kann es sein, dass Harry Dillon wirklich gesehen hat?“- nebenher geht es viel um Trauerarbeit, den Umgang miteinander nach einem schweren Schicksalsschlag und natürlich die Folgen von Lügen. Manches lässt sich schon früh erahnen, wieder anderes ist absolut unvorhersehbar und genau diese Mischung macht dieses Buch so spannend.
Mein Fazit: „Bittere Lügen“ ist ein wirklich fesselndes Psychodrama, das zwar nur langsam in Gang kommt, dann aber so sehr an Spannung zunimmt, dass man es kaum aus der Hand legen kann. Die unterschiedlichen Schreibstile des Autorenduos und die verstrickte Geschichte machen dieses Buch unbedingt lesenswert.

Vielen Dank an Lovelybooks und Fischer Scherz für dieses Rezensionsexemplar!