|Rezension| Am Arsch vorbei geht auch ein Weg – Alexandra Reinwarth

Dieses Buch sollte einem nicht am Arsch vorbei gehen!

 

51ty5txxoolVerlag: mvg Verlag
Taschenbuch: 16,99 Euro
Ebook: 12,99 Euro
Erscheinungsdatum: 09.05.2016
192 Seiten

„Ich bin keine coole Mama, das läuft nicht. Also nicht in dem Sinn cool, wie sich kinderlose Leute eine coole Mama vorstellen. Ich kann unserern Lieben, die selbst keine Kinder haben, auch nicht erklären, warum das so ist. Meine Erklärungen klingen wie eine Rechtfertigung, damit niemand denkt, ich wäre komplett durchgeknallt. Und darum lasse ich es jetzt einfach. Das Bemühen um Verständnis von kinderlosen Freunden – am Arsch vorbei.“ (S.110)

 

Worum geht´s?

Es gibt Momente im Leben, in denen einem klar wird, dass man etwas ändern muss. Der Moment, als Alexandra Reinwarth ihre nervige Freundin Kathrin mit einem herzlichen „Fick Dich“ zum Teufel schickte, war so einer. Das Leben war schöner ohne sie – und wie viel schöner könnte es erst sein, wenn man generell damit aufhörte, Dinge zu tun, die man nicht will, mit Leuten die man nicht mag, um zu bekommen, was man nicht braucht!
Wer noch der Meinung ist, das Leben könnte etwas mehr Freiheit, Muße, Eigenbestimmung und Schokolade vertragen und dafür weniger Kathrins, WhatsApp-Gruppen und Weihnachtsfeiern, der ist hier goldrichtig.
Lassen Sie sich von Alexandra Reinwarth inspirieren, wie man sich Leute, Dinge und Umstände am Arsch vorbei gehen lässt, aber trotzdem nicht zum Arschloch mutiert. Und lernen Sie von ihr, wie kleine Entscheidungen einen großen Effekt auf die Lebensqualität haben können.
Ganz einfach.

 

Cover und Titel

Das Cover dieses Buches macht mehr als deutlich über was Alexandra Reinwarth hier schreibt. Nicht nur der provokative Titel „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“ sondern auch die mittelfingerzeigende Buddha-Figur, die ein Widerspruch in sich ist, ziehen die Aufmerksamkeit der Leser sofort auf sich. Und für diejenigen, die es immer noch nicht kapiert haben, wurde auch noch ein Untertitel hinzugefügt, der den Inhalt des Buches nochmal zusammenfasst: „Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dich endlich locker machst“.

Damit fügt sich dieser Ratgeber optisch gut in die bisherigen beim mvg Verlag erschienen Werke der Autorin ein.

 

Mein Eindruck

Bisher habe ich drei von Alexandra Reinwarths Ratgebern gelesen, die mich immer bestens unterhalten und auch ein bisschen zum Umdenken gebracht haben. Deshalb konnte ich mir ihr neuestes Werk, das sich mit Dingen und Menschen beschäftigt, die einem am Arsch vorbeigehen sollten, nicht entgehen lassen. Dazu muss ich vorweg klar stellen: Ich lese eigentlich keine Ratgeber. Nie! Ich mag irgendwie keine Bücher, die mir sagen wie mein Leben Dank ihrer Anweisung besser wird.

Auf Alexandra Reinwarth bin ich durch ihr Buch „Das Fitnessprojekt“ aufmerksam geworden. Dieses Buch, in dem die Autorin – neben mir der größte Sportmuffel auf Erden – versucht, endlich einen Sport zu finden, der sie fit und zusätzlich Spaß macht, hat bei mir sofort einen Nerv getroffen, weshalb ich es trotz meiner Ratgeber-Abneigung las. Tja, was soll ich sagen? Ich habe mich (mit diesem speziellen Problem) lange nicht mehr so verstanden gefühlt und deshalb seither bis auf eines alle Bücher der Autorin gelesen.

Auch in „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“ trifft Alexandra Reinwarth wieder einen Nerv. Und zwar den der Gutmenschen. Diejenigen, die nicht wissen wie man „nein“ sagt, die sich über alles den Kopf zerbrechen, niemanden vor den Kopf stoßen und allen Gefallen wollen. Ich bin so ein Mensch. Und Dank Alexandra Reinwarth kann ich in vielen Punkten nun sagen „Am Arsch vorbei!“.

In einzelnen Kapiteln widmet sich die Autorin verschiedenen Themenbereichen des Lebens: Arbeit, Familie, Freunde, Beziehung, etc. Sie schildert Alltagssituationen, in denen man sich öfter als einem lieb ist wiederfindet und argumentiert dafür, manche Dinge/Menschen/Vorhaben einfach mal am Arsch vorbei gehen zu lassen. Man erleichtert sich damit das Leben unheimlich.

Was diesen Ratgeber nun von den üblichen unterscheidet, ist der großartige (oft sehr bissige) Humor der Autorin. Man fühlt sich zu keinem Zeitpunkt belehrt, sondern einfach bestens unterhalten und wiedererkannt. Deshalb mag ich Alexandra Reinwarths Bücher auch so: weil sie keine Ratgeber im eigentlichen Sinne sind, aber unterbewusst trotzdem Rat geben. In diesem Band gibt es sogar noch mehrere Listen zum abhaken oder selbst erweitern, die das Buch zusätzlich auflockern und zudem sehr hilfreich sind, um sich bestimmte eigene Verhaltensmuster auf humorvolle Art vor Augen führen zu lassen.

 

Mein Fazit:

„Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“ ist neben den anderen Büchern der Autorin wahrlich der einzige Ratgeber, den ich meinen Mitmenschen, die wie ich ein Problem damit haben, sich gewisse Dinge/Menschen/Verhaltensweisen einfach mal am Arsch vorbei gehen zu lassen, die perfekte Lektüre. Diese kurzweilige Lektüre sorgt nicht nur dafür, dass man sich Dank Reinwarths großartigem Humor schlapp lacht, sondern vor allem auch, dass man beginnt, die eigenen Verhaltensmuster zu hinterfragen. Großartiges Buch, das man jedem „Kopfzerbrecher“ schenken sollte.

 

bewertung5

 

Vielen Dank an den mvg Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

 

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