|Rezension| Als ich erwachte – Cynthia Swanson

Schöner Schmöker über das „Was wäre, wenn…?“

 

 

51cVck70ZvLVerlag: Diana
Übersetzer: Ute Brammertz
Broschur: 14,99 Euro
Ebook: 11,99 Euro
Erscheinungsdatum: 02.03.2015
432 Seiten
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„Man will einen Gefährten, ja. Aber man würde niemals jemanden wollen, der einem die ganze Welt bedeutet, Kitty.“ (S. 269)

 

 

Worum geht´s?

Eines Morgens erwacht Katharyn in einem fremden Bett. Neben ihr liegt ein gut aussehender Mann, der behauptet, ihr Ehemann zu sein. Doch sie ist nicht verheiratet, sondern alleinstehend und stolze Inhaberin einer Buchhandlung. Auch die Kinder, die ins Schlafzimmer stürmen, kennt sie nicht. Dieser Traum lässt sie nicht los, denn immer wieder kehrt sie nachts zu der fremden Familie zurück. Katharyn bleibt keine Wahl: Sie muss herausfinden, in welches Leben sie gehört – doch wird sie die Wahrheit ertragen?

 

Cover und Titel

Dieser Roman ist wieder mal ein typischer Fall von „Tolles Cover – will ich haben!“. Das Cover hat mich in Kombination mit dem Titel „Als ich erwachte“ absolut angesprochen. Es sticht zwischen all den anderen Romanen durch den Kontrast der fröhlichen pinkfarbenen und gelben Punkte und der leicht trist wirkenenden gezeichneten Stadtsilhouette sofort ins Auge und macht neugierig.

Lohnenswert ist an dieser Stelle auch ein Blick auf die Originalausgabe, die unter dem Titel „The Bookseller“ erschien und nicht nur im Hinblick auf den Titel, sondern auch bei der Covergestaltung einen ganz anderen Fokus legt, nämlich auf den Beruf der Protagonistin: Sie ist Buchhändlerin. In diesem Fall (und das ist echt selten) gefällt mir die deutsche Ausgabe tatsächlich besser, da Titel und Cover einfach neugieriger machen als der schlichte Titel „Die Buchhändlerin“ und in diesem Fall „Als ich erwachte“ den entscheidenden Aspekt der Geschichte beschreibt.

 

Mein Eindruck

Als ich begann diesen Roman zu lesen, dachte ich nach den ersten 50 Seiten: Das ist ja wie in „Über uns der Himmel“ von Kristin Harmel – ein auch sehr empfehlenswerter Roman, den ich erst kürzlich gelesen habe. Auch wenn mir diese Geschichte gut gefallen hatte, will man natürlich nicht nochmal eine ähnliche Story lesen. Aber meine anfänglichen Bedenken wurden immer mehr zerstreut je mehr ich in die Geschichte von Kitty bzw. Katharyn eintauchte.

In überschaubaren Kapiteln erzählt Cynthia Swanson eine originelle Geschichte über eine Frau im Denver der 1960er Jahre mit zwei Leben, die immer mehr an ihrem Verstand zweifelt und nicht mehr weiß, welches Leben das wirkliche und welches nur ein Traum ist. Durch die Ich-Perspektive kann sich der Leser leicht in die Protagonistin hineinversetzen. Von Anfang an rätselt man mit ihr, was Realität und was Traum ist. Einen kleinen Kritikpunkt muss ich in Bezug auf die Nebencharaktere anbringen: Diese waren mir zum Teil zu oberflächlich (Kittys Eltern), zu perfekt (Kittys Ehemann) bzw. zu klischeehaft (Kittys beste Freundin Frieda). Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, dass die Autorin all ihr Herzblut in den Charakter ihre Protagonistin gesteckt hat – und das mit großem Erfolg, die Nebenrollen dafür aber etwas hinten abfallen.

Lobenswert ist der Umgang der Autorin mit sehr vielfältigen Themen, die sie ernsthaft und glaubwürdig verarbeitet: sei es Autismus, die Verlagerung des Einzelhandels aus dem Stadtzentrum in große Einkaufszentren am Stadtrand – hier am Beispiel einer Buchhandlung oder die Auswirkungen einer neuen Liebe auf eine langjährige Freundschaft. Die vielen am Rande eingestreuten historischen Fakten über das Denver der 60er Jahre verleihen der Geschichte zusätzliche Glaubwürdigkeit.

Während ich in anderen Rezensionen gelesen habe, dass man das Ende vorausahnen könne, war ich von diesem Ende wirklich überrascht. Ich hatte bis zuletzt keinen blassen Schimmer, dass der Roman so ausgehen würde und genau das hat „Als ich erwachte“ für mich zu so einen großen Lesevergnügen gemacht. Das Spiel mit Schein und Sein gelingt Cynthia Swanson meisterlich und als ich das Buch zuklappte war ich einfach nur fasziniert davon wie die vielen Puzzleteile am Ende ein großes Ganzes ergeben.

 

Mein Fazit: In „Als ich erwachte“ begleitet man eine Frau auf einer spannenden und emotionalen Suche nach der eigenen Identität, die durch einen einnehmenden Schreibstil, interessante Themen, die in einem Unterhaltungsroman nicht alltäglich sind und eine überzeugende Protagonistin definitiv wert ist gelesen zu werden. Wer genug hat von 08/15-Liebesgeschichten und auf der Suche nach einem originellen Plot ist, sollte unbedingt zu diesem Roman greifen.

Bewertung4

Vielen Dank an den Diana Verlag und das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar.

 

Weitere Rezensionen zum Buch:

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  • Juliana

    Aktuell liebäugel ich ja ganz schön mit diesem Buch und deine Rezi trägt ihren Teil dazu bei 🙂 schön geschrieben!

    Liebe Grüße
    Juliana

    • booksinmyworld

      Dankeschön, liebe Juliana. Ich kann dir das Buch wirklich sehr empfehlen. Auch wenn es nicht DER perfekte Roman ist, so hab ich es wirklich sehr gern gelesen.

      Liebe Grüße
      Evi

  • Lottas Buecher

    Hallöchen meine liebste Evi,
    ach ich wusste, dass dir das Buch gefallen wird. Ich habe es wirklich gerne gelesen und konnte einfach voll und ganz in Kittys Welt abtauchen.. bzw. ein Katharyns.. ^^! Ich habe dieses Buch von vorne bis hinten genossen und würd es einfach jedem empfehlen es zu lesen. Ein richtiges Herzensbuch für mich. 😀

    Liebst, Lotta

    • booksinmyworld

      Meine liebste Lotta,
      ja, da hast du mich mal wieder mit deiner Rezi neugierig auf ein Buch gemacht. Ich wusste, dass es mir nicht nicht gefallen kann, wenn du so davon schwärmst. Da haben wir mal wieder den gleichen Geschmack 🙂

      Liebste Grüße
      deine Evi