|Rezension| Alles wird gut und zwar morgen – Toni Mahoni

Leider nicht meine Art von Humor!

Galiani Berlin
  Broschur: 14,99 Euro
Ebook: 12,99 Euro
Erscheinungsdatum: 15.05.2014
  320 Seiten 
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„Er lachte und ich lachte ein bisschen mit. Mir war zum Heulen zumute und ich hätte auch geheult, wäre man nicht gänzlich anders erzogen. Ich hätte geheult wie ein Pudel im Rollstuhl zum wolkenverhangenen Mond. Ich hätte geheult wie ein geschlagenes Kind. Wie ein junger Mann, der feststellt, ohne Unterhose im Supermarkt an der Kasse zu stehen und sein Schwanz ist fort. Weit fort.“  

Worum geht´s?

Ein tragikomisches Feuerwerk über die Zerbrechlichkeit des Lebens Die Protagonisten: Toni Mahoni (beziehungsgeschädigt), Vlad (alkoholgeschädigt), zwei Mafiosi-Sprösslinge (die »Sonnys«) und eine wertvolle Statue (zerstört). Ein moderner Schelmenroman darüber, wie man auch im Chaos das Glück findet.Das Beziehungsende kam unerwartet. Einfach so. Vor ein paar Tagen noch war seine Freundin fröhlich neben Toni Mahoni eingeschlafen und hatte seinen Bauch getätschelt. Nun plötzlich war derselbe Bauch Symbol für Alltag, Trott und mangelnden Respekt. »Mahoni, mach erst mal alleine weiter, ja? Ich geh nach Barcelona!«, hatte sie gesagt, die Tür hinter sich zugeknallt und Toni verwirrt in seiner WG zurückgelassen.Noch bevor der Liebeskummer so richtig ausbrechen kann, wird Toni von seinem Freund Meta Mallorca überredet, mit ihm auf dessen Lieblingsinsel Urlaub zu machen. Wer konnte schon ahnen, dass die beiden dort auf einer ausschweifenden Party der spanischen Oberschicht landen würden und es Toni innerhalb weniger Stunden gelingen würde, eine kostbare Statue zu zerstören und damit den Zorn zweier brutaler Mafiosi-Söhne auf sich zu ziehen?Um sein Leben (und das von Meta) zu retten, verspricht Toni, eine Kopie der steinernen Schönheit zu organisieren. Und steht damit am Anfang einer Odyssee, die ihn und alle, die ihm helfen wollen, die nächsten drei Monate in Atem halten wird.

Cover und Titel

Das Cover auf dem man in Comicstil einen Mann mit Huhn im Arm durch eine Art Fenster sieht, macht sofort klar, dass es sich hier um ein humorvolles Buch handelt. Mir gefällt die Farbgebung und die Schriftart des Titels. Dieser ist übrigens ebenso gelungen wie das Cover: „Alles wird gut und zwar morgen“ ist ein toller Titel, der perfekt zum Inhalt passt und auch die Gesamtstimmung des Buches wiedergibt: eine leichte Resignation gegenüber dem Schicksal, aber mit der Hoffnung, dass am Ende doch irgendwie alles gut wird.

Mein Eindruck

Toni Mahoni ist nicht nur Autor des Romans „Alles wird gut und zwar morgen“, sondern zugleich dessen Protagonist. Dass es sich dabei um einen Künstlernamen handelt, ist ziemlich offensichtlich, ansonsten würde ich mich wahrlich fragen wer sein Kind „Toni Mahoni“ nennt 🙂 Die Personalunion zwischen Protagonist und Autor führt dazu, dass sich dieses Buch wie eine – zugegebenermaßen überaus verrückte – Biografie liest. Dieser Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass sogar eine Zeichnung von Toni, die haargenau so aussieht wie der echte Toni, im Roman vorkommt. Apropos Zeichnung: diese ziehen sich durch das ganze Buch und stellen kleine Szenen des Geschriebenen dar, um dem ganzen noch mehr Authentizität zu verleihen. Nach jeder Kapitelüberschrift gibt es ein kleines Gedicht, was oftmals ziemlich sinnfrei ist, aber sich auf den Inhalt des jeweiligen Kapitels bezieht.
Die Story an sich ist verrückt, skurril und eigentlich absolut unglaubwürdig und trotzdem fragt man sich am Ende: ist das wirklich passiert? Die Wegbegleiter Tonis sind ebenso skurril und eigen – echte Typen eben und dadurch liebenswert.
Ich habe allerdings zwei Kritikpunkte, die dazu geführt haben, dass mich dieser Roman nicht begeistern konnte: der wichtigste Punkt ist der Humor in der Geschichte- dieser ist für meinen Geschmack zu platt, zu bemüht, nicht sonderlich anspruchsvoll. Ich hatte das Gefühl, ich müsste wie Toni erstmal einen Joint rauchen, um die Episoden lustig zu finden. Zudem hat mich die dialektale Färbung des gesprochenen Wortes wirklich genervt. Dabei war das Berlinerisch noch okay, aber die Szenen in Frankreich mit dem bemühten „französischen Deutsch“ war dann einfach nur nervig.
Mein Fazit: „Alles wird gut und zwar morgen“ ist leider kein „tragikomisches Feuerwerk“ wie es der Klappentext verspricht, sondern eine nette Geschichte über einen chaotischen Kerl, der einen Mist nach dem anderen verzapft und trotzdem sein Happy End bekommt.
Bewertung3
Vielen Dank an Galiani Berlin für dieses tolle Rezensionsexemplar!