|Rezension| A wie B und C – Alexandra Kleeman

Sciene Fiction? Leider so gar nicht mein Fall.

 

41B46DeshOLVerlag: Kein & Aber
Originaltitel: You Too Can Have a Body Like Mine
Übersetzung:
Gebundene Ausgabe: 21,90 Euro
Ebook: 17,99 Euro
Erscheinungsdatum: 05.04.2016
352 Seiten
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„Zeig mir, wie du bist, wenn ich nicht bei dir bin. Zeig mir, wie du aussiehst, wenn ich dich nicht ansehe. Erzähl mir alles, was ich nicht wissen soll, und lass nichts von dem aus, was du selbst nicht weißt.“ (S.148)

 

Worum geht´s?

A ist eine attraktive junge Frau. B ist ihre Mitbewohnerin, die um jeden Preis so aussehen möchte wie A. C ist As Freund und schaut mit ihr am liebsten Haifisch-Dokumentationen oder Pornos. Als A eines Tages verschwindet, ahnen B und C nicht, dass sie sie womöglich nie wiedersehen werden. A wie B und C erzählt mit scharfem Blick und hintergründigem Humor von unserer Obsession, perfekt zu sein: wie Realityshows, Werbung und abstruse Trends uns in Beschlag nehmen und zu Leibeigenen unserer Körper machen.

 

Cover und Titel

Die schlichte Eleganz dieses Covers hat mich sofort angesprochen.  Man sieht lediglich in reinem weiß die Kurven eines menschlichen Körpers (?), wobei mir noch nicht ganz klar ist, um welche Körperpartie es sich hier handelt sowie den Titel und Autorennamen in eleganten, goldenen Lettern.

Der Titel „A wie B und C“ erinnert an eine mathematische Formel. Für sich stehend hätte er mich vermutlich gar nicht angesprochen, aber in Verbindung mit dem schicken Covermotiv hat er mich sofort neugierig gemacht.

 

Mein Eindruck

Bei dieser Rezension muss ich gleich mit der Tür ins Haus fallen. Was habe ich mich durch dieses Buch gequält. Fast 2 Wochen habe ich an 300 Seiten gelesen, aber aufgeben kam auch nicht in Frage. Die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt.

Obwohl ich den Einstieg vor allem aufgrund der klugen Sprache sehr gelungen fand, war mir schon nach wenigen Seiten klar, dass diese Story und ich keine Freunde werden. Weder die Leseprobe noch der Klappentext enthielten einen Hinweis darauf, dass es sich hier eine derart abstruse Geschichte handelt, deren tieferen Sinn sich mir bis zuletzt nicht erschlossen hat.

Laut Klappentext ist dies eine Geschichte über die Obsession perfekt zu sein. In Ansätzen ist dies durchaus der Fall. Die Ich-Erzählerin A ist eine junge Frau, die mit B (weiblich) in einer WG lebt und mit C (männlich) zusammen ist. Sowohl A als auch B haben ein sehr ausgeprägtes Körperbewusstsein, ernähren sich ausschließlich von Orangen und Wassereis und sehen sich zum Verwechseln ähnlich, was A ausgesprochen missfällt. Damit wäre der Plot im Groben schon zusammengefasst. Die Handlung schreitet nur sehr schleichend voran. Die Autorin legt dabei den Fokus auf scheinbar unwichtige Details wie die Beschreibung von Werbespots, dem Schälen einer Orange oder den Aufbau eines Supermarktes.

Dass die Protagonisten statt Namen nur Buchstaben tragen, soll vermutlich eine Verallgemeinerung der Figuren auf die Gesellschaft implizieren, führte bei mir aber nur dazu, dass ich gar keinen Zugang zu ihnen fand.

Es soll sich in dieser Geschichte auch noch hintergründiger Humor finden lassen, so verspricht der Klappentext. Ähm, wo genau? Gelacht oder wenigstens geschmunzelt habe ich exakt null mal. Ich empfand diese generelle Unzufriedenheit der Protagonistin eher deprimierend, so dass der Roman auf mich eher trist und nicht humorvoll wirkte.

Ich lese gerne Geschichten, die sich von der Masse abheben, aber hier wäre meiner Meinung nach weniger mehr gewesen, da diese Geschichte einfach zu abstrus und verwirrend ist. Vielleicht bin ich aber auch einfach trotz aller Bemühungen nicht dahinter gestiegen.

 

Mein Fazit: Durch diesen Roman musste ich mich durchquälen. Sein Sinn hat sich mir bis zuletzt nicht vollends erschlossen. Auch wenn ich die Idee das Streben nach Perfektion in den Mittelpunkt eines Plots zu rücken, sehr spannend finde, war „A wie B und C“ leider alles andere als das. Die Fokussierung auf scheinbaren Nichtigkeiten zuungunsten der fortschreitenden Handlung hat leider auch dafür gesorgt, dass ich mich recht bald auch nicht mehr an der ausgefeilten Sprache der Autorin erfreuen konnte.

 

Bewertung2

 

Vielen Dank an Kein & Aber für dieses Rezensionsexemplar.

 

  • Lotta

    Hallöchen meine liebste Evi,
    mich hat das Buch von Anfang an nicht wirklich gereizt, auch wenn ich den Titel einfach interessant finde 😀 Der sagt nämlich eigentlich so gar nichts über dieses Buch aus. Es könnte um alles mögliche und gar nichts gehen. Daher fand ich es jetzt umso spannender deine Rezension zu lesen. Nachdem dem Lesen dachte ich jetzt so „Okaaaaay.“ Nun ja, ich bin froh, dass ich mich nicht von dem interessanten Titel doch habe verleiten lassen. ^^

    Liebst, Lotta