Mit zwei Pampelmusen auf den Himalaya – Tina Wolf

Ein wunderbarer Roman über die Suche nach dem persönlichen Glück

Taschenbuch
  8,99 Euro 
  384 Seiten 
Erscheinungsdatum: 13. Januar 2014
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Worum geht´s?

Lisa ist Mitte 30 und hatte bisher immer das Glück auf ihrer Seite. Sie hat ein eigenes Fotostudio in Hamburg, tolle Freunde, einen Traum-Ehemann und eine nette Familie. Eines Morgens wird ihr plötzlich bewusste, dass ihr nur eines fehlt zum Glück. ein Baby. Aber das klappt einfach nicht. Monat für Monat verstreicht und nach 1,5 Jahr beschließen sie, das „Projekt Baby“ nun noch ernsthafter anzugehen. Doch das macht alles nur noch schlimmer… 

Cover und Titel:

Sowohl Cover als auch Titel weisen auf einen humorvollen Frauenroman hin. Mir gefällt die Abstraktheit des Titels, mit dem man erstmal nicht viel anfangen kann. Einen Roman mit einem Titel wie „Das Baby-Projekt“ o.ä. hätte ich wohl nicht weiter beachtet. So wurde ich neugierig, was es mit dem Titel auf sich hat und nachdem ich den Klappentext las, war ich vor allem neugierig und zugegebenermaßen auch skeptisch, wie die Autorin ein so ernstes Thema humorvoll angehen will.  


Mein Eindruck:

Die Protagonistin Lisa, eine liebenswerte Chaotin, die kein Fettnäpfchen auslässt, hatte es mir eigentlich schon ab der 2. Seite des Romans angetan. Dies ist sicherlich auch ein Grund dafür, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte und an einem Tag gelesen habe. Immer wieder kam ich währenddessen an den Punkt, an dem ich dachte „Bitte, lass jetzt nicht dies und das passieren. Das wäre zu klischeehaft.“ Und wirklich jedes Mal hat die Geschichte einen nicht vorhersehbaren Weg eingeschlagen. Allein deshalb ist dieser Roman schon absolut empfehlenswert. Wie schon oben erwähnt, hatte ich etwas Sorge, ob die Autorin dieses ernste Thema des unerfüllten Kinderwunsches mit der tickenden biologischen Uhr im Nacken, nicht vielleicht ins Lächerliche zieht. Aber das war absolut nicht der Fall. Glaubwürdig und ernsthaft schildert sie die Situation und Gedanken der Protagonisten. An den richtigen Stellen setzt Frau Wolf den Humor ein, der dem ganzen Roman eine gewisse Leichtigkeit verleiht, ohne die Ernsthaftigkeit des Themas zu missachten. Bereits auf S. 33 hatte mich die Autorin mit Sätzen wie „Um zwanzig vor vier klingelte es an der Wohnungstür. Vierzig Minuten zu spät. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits seit dreißig Minuten schlechte Laune.“ absolut auf ihrer Seite. Ihr Schreibstil ist flüssig, lebendig und fesselnd. 
Dieses Buch ist viel mehr als ein leichter Frauenroman. Es offenbart uns wie schnell die Suche nach dem eigenen Glück in das Gegenteil umschlagen kann, wenn man die wirklich wichtigen Dinge aus den Augen verliert. 

Ich bedanke mich rechtherzlich beim Heyne Verlag für dieses Rezensionsxemplar und die angenehme, unkomplizierte Kommunikation.