Liebe unter Fischen – René Freund

Humorvoller Tiefgang bei „Liebe unter Fischen“

Die Entscheidung mir dieses Buch zu kaufen, wurde durch  Faktoren erheblich beeinflusst: Nr. 1 war die Ankündigung, dass dieses Buch etwas für die Liebhaber von Glattauers „Gut gegen Nordwind“ wäre und Nr. 2 war der Titel, der einfach neugierig macht, was sich wohl dahinter verbirgt.

Nun nach dem Lesen muss ich sagen, dass Faktor Nr. 1 echt ein Witz ist… Was sich der Verlag bei diesem Vergleich gedacht hat, würde ich echt gerne wissen. Das ist wirklich soweit an den Haaren herbeigezogen. Die einzige Gemeinsamkeit beider Bücher ist, dass in „Liebe unter Fischen“ Briefe zwischen Mann und Frau geschrieben werden (dabei aber 90% vom Mann).
Auch wenn ich etwas völlig anderes erwartet habe, war ich nicht enttäuscht. Die Sprache des Autors ist faszinierend und keineswegs handelt es sich bei diesem Buch um seichte Unterhaltungsliteratur, auch wenn die Geschichte zunächst trivial klingt: Autor ist in einer Schaffenskrise, verbringt seine Tage mit rauchen und trinken, seine Lektorin, die mit einem Verlag selbständig ist, braucht aber unbedingt ein neues Buch, damit sie mit dem Verlag nicht bankrott geht. Sie schickt ihn in eine einsame Berghütte, wo er wieder zu sich kommen soll. Mehr möchte ich nicht verraten. Nur so viel: die Handlung ist spannend konstruiert, die Sprache einfach wunderbar und die Charaktere überzeugend.

Ich freue mich auf das nächste Buch von René Freund und hoffe, dass er es unter glücklicheren Umständen als sein Protagonist veröffentlichen kann 🙂