Hanna und Sebastian – Thomas Klugkist

Ein Briefroman, der meine hohen Erwartungen leider nicht erfüllt hat

Hardcover
19,95 Euro 
  432 Seiten 
Erscheinungsdatum: 21. Januar 2014
Kaufen? Verlag oder amazon
Worum geht´s?
In der Hoffnung, ganz zueinander zu finden, schreiben sich Hanna und Sebastian, die sich noch aus der Schule kennen, nach einigen traumhaften Tagen in Rom lange und intensive Briefe. Doch das Leben treibt sie auseinander, und das Schreiben wird zu einem exklusiven Raum, in dem sie ihre Liebe so leidenschaftlich, grenzenlos und wahrheitshungrig leben können wie nirgendwo sonst und in dem sie einander die Freiheit schenken, die sie dann immer kompromissloser auch in der Wirklichkeit suchen…Unterteilt ist die Geschichte in 4 Zeitabschnitte und insgesamt umfasst der Briefwechsel 10 Jahre (mit Unterbrechung).
Cover und Titel:
Beim Titel, der lediglich aus den beiden Vornamen der Protagonisten besteht, denkt man natürlich sofort an eine Liebesgeschichte. Das Cover ist durch die Farben schwarz und weiß schlicht gehalten- sieht man doch lediglich den Scherenschnitt eines Mannes und einer Frau. Auffällig dabei ist natürlich, dass der Männername im Frauenkopf steht und umgekehrt. Soll dadurch schon suggeriert werden, dass der jeweils andere immer im Kopf des jeweiligen Protagonisten ist? Definitiv bilden Titel und Cover eine wunderbare Einheit und verkörperen durch ihre Schlichtheit und Nüchternheit den hohen Anspruch des Romans.  
Mein Eindruck:

Wie hatte ich mich auf diesen Roman gefreut! Mit der Erwartung hier in einen wunderbaren Briefroman a la „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer einzutauchen, habe ich mich in die Lektüre gestürzt. Zwar hatte ich schon geahnt, dass Thomas Klugkists Roman seinen Leser mehr abfordert als die doch eher seichte Liebesgeschichte Daniel Glattauer, aber was ich dann gelesen habe, hat mich doch erstmal kräftig vor den Kopf gestoßen. Nach 40 Seiten habe ich das Buch erstmal wieder ganz weit weg gepackt. Der Grund? Ich verstand anfangs nur Bahnhof! Thomas Klugkist lässt seine Protagonisten derart dichte, hoch intellektuelle, philosophische Briefe schreiben, die für meinen Geschmack fernab jeglicher Realität sind. Nachdem ich mich nach 3 Wochen wieder an den Roman gewagt habe und den ersten Teil der Geschichte überwunden hatte, wurde es besser. Der zweite und dritte Teil hat mir definitv am besten gefallen, da dort die meiste Handlung und damit auch Spannung im Leben beider geschildert wird. Hanna und Sebastian schreiben sich hauptsächlich über ihre jeweilige (Liebes-)Beziehung mit dem Partner, über ihren Familien, Alltägliches wie ihre Arbeit, über aktuelle Politik und auch sonstige aktuelle Ereignisse, wie z.B. die Fußball-WM 2006 finden in ihren Briefen (und später auch E-Mails und SMS) Beachtung. Dass der Autor solchen Ereignissen auch Raum einräumt und die Entwicklung der modernen Medien nicht außer Acht lässt, hat mir gut gefallen. Die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten wird zwar von beiden immer mal wieder thematisiert, vor allem im letzten Teil des Briefromans, aber insgesamt spielt sie meines Erachtens keine übergeordnete Rolle und das finde ich schade. Insgesamt hat mich der Verlauf ihrer Beziehung einfach nicht berührt, geschweige denn gefesselt. Oftmals habe ich ein, zwei Seiten, in denen für meinen Geschmack zu viel Absurdes philosophiert wurde, übersprungen. Deshalb kann ich nicht mehr als 3 Bücherstapel vergeben und die gibt es vor allem für Thomas Klugkists außerordentliche sprachliche Leistung und die Vielfalt seiner Themen.  

Vielen Dank an C.H. Beck für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars! 

  • Hallihallöchen 😀
    Uiuiuiuiui ich habe gerade die Liste von Blogger schenken Lesefreude durchstöbert und bin auf deinen Blog gestoßen, weil du ein Buch verlosen wirst, das mich sehr interessiert ^^ ich lese nämlich gerade den ersten Teil davon 😀 ! Dann hab ich mich hier mal umgeguckt und schon die ersten beiden Bücher sind Rezensionen von Büchern die ich auch lesen will, wobei ich von diesem hier nun die Finger lassen werde nach deiner Bewertung werde ich mich da nur quälen ..
    Also ich freu mich zu mindest rieisg, dass ich deinen Blog gefunden habe und freue mich nun öfter was von dir zu lesen 😀
    Endlich mal wirklich ein Buchblog nach meinem Geschmack 😉 Hast mehr Leser verdient.

    Liebst, Lotta
    von lottasbuecher.de

    • Liebe Lotta,
      du glaubst gar nicht wie unglaublich glücklich du mich mit deinem Kommentar gemacht hast! Als ich ihn heute Morgen nach dem Aufstehen gelesen habe, dachte ich nur: „Das muss heute ein guter Tag werden.“ Vielen, vielen Dank für dein Lob! Ich habe mich natürlich auch gleich auf deiner Seite umgeschaut und wir haben tatsächlich einen ähnlichen Buchgeschmack was ich wirklich toll finde, denn auch ich entdecke selten Buchblogs, die meinen Geschmack treffen!
      Ich bin übrigens sehr gespannt wie du „Lieblingsmomente“ findest! Für mich war es DAS Buch 2013 und ich kann die Fortsetzung kaum erwarten, weshalb ich sie ja auch bei „Blogger schenken Lesefreude“ verschenken möchte. Ich freue mich sehr, dass „wir uns gefunden haben“ und wünsche dir noch einen tollen Sonntag!

      LG Evi