|Rezension| Eine Liebe zwischen den Zeiten – Sabine Neuffer

Eine fesselnde Liebesgeschichte mit klitzekleinen Schwächen

copyright: dotbooks

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Dotbooks
Ebook: 5,99 Euro
442 Seiten
Erscheinungsdatum: 02. Januar 2014
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Worum geht´s?

Eine Erbschaft führt die Journalistin Lea nach Jahren in London in ihre deutsche Heimat Braunschweig zurück. Als sie das Haus, das ihr hinterlassen wurde, genauer unter die Lupe nimmt, entdeckt sie einen kleinen Verschlag unter der Treppe. Neugierig betritt sie ihn und stellt nach einiger Verwirrung fest, dass sie ins Jahr 1938 gereist ist. Eigentlich will sie so schnell wie möglich in ihre Zeit zurückkehren, doch dann lernt sie den geheimnisvollen Arzt Daniel kennen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Romanze. Aber wie eine dunkle Wolke schwebt die Gefahr über ihnen, denn Daniel ist Jude und in der Gegenwart gibt es da auch noch Bryan- Leas Freund.

Cover und Titel

Mich hat das wunderschöne Cover sofort neugierig gemacht. Es ist sehr verspielt und die verschnörkelte Treppe im Hintergrund deutet schon auf eine Geschichte aus einer vergangenen Zeit hin. Der Titel ist absolut passend zum Inhalt des Romans. Er impliziert eine Liebesgeschichte, die in verschiedenen Zeiten verankert ist. Insgesamt bilden Cover und Titel eine wunderbare Einheit, die hervorragend den Inhalt des Romans wiedergibt.

Mein Eindruck

Zu Beginn des Romans war ich etwas skeptisch, ob die Geschichte wirklich etwas für mich ist. Denn eigentlich kann und will ich keine Bücher über die NS-Zeit mehr lesen- das Thema ist doch literarisch wirklich schon mehr als ausgelutscht. Aber meine Sorge war völlig unbegründet. Die Autorin schafft es ohne große Mühe, das Jahr 1938 authentisch darzustellen ohne den Leser zu langweilen. Obwohl die Umstände der Zeit zu keinem Zeitpunkt verharmlost werden, steht doch eher die Romanze  zwischen Lea und Daniel im Vordergrund. Die Personen sind alle sehr eindringlich beschrieben, so dass man sofort ein Bild vor Augen hat und sich in die Geschichte einfühlen kann. Überhaupt hat die Autorin von der ersten Seite an einen unglaublich fesselnden Schreibstil- einerseits klar strukturierte Sätze, andererseits detaillierte Beschreibungen von Gefühlen und Umgebungen. Auch die Zeitreise, die an sich ja nun kein alltägliches Phänomen ist, wird gut durchdacht und sogar wissenschaftlich fundiert, an den Leser herangetragen.
An manchen Stellen war mir der Roman dennoch ein bisschen zu platt, weshalb ich einen Bücherstapel abziehen muss. Obgleich die Liebesgeschichte den Leser fesselt, hat sie mich nicht sehr berührt – da fehlte einfach was. Vor allem hätte ich mir gewünscht, dass das moralische Dilemma von Lea, zwei Männer in zwei Zeiten zu lieben, besser herausgearbeitet wird. Dieses wurde so gut wie gar nicht thematisiert. Das Ende der Geschichte ist unerwartet und für meinen Geschmack ein wenig zu viel von allem. Nichtsdestotrotz ist „Eine Liebe zwischen den Zeiten“ ein wunderbarer Liebesroman, den ich jedem Leser, der sich nicht solch Übernatürlichem wie Zeitreisen in Romanen verwehrt, ans Herz legen kann.

 Bewertung4

Vielen Dank an Dotbooks und Blogg dein Buch für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!