Drecksspiel – Martin Krist

Spannend, aber wirkt zu bemüht…

Eigentlich bin ich nicht so der Thriller-Typ… Aber da es ein deutscher Thriller ist und ich die Leseprobe ganz gut fand, habe ich mich an „Drecksspiel“ gewagt. Die Story spielt in Berlin und zu Beginn hat der Leser viele Fragezeichen im Kopf. Nach und nach wird klar, dass es zwischen den verschiedenen Handlungssträngen irgendwie einen Zusammenhang geben muss. Dabei schafft es der Autor, dass nichts vorhersehbar ist. Manch eine Geschichte fand ich einfach nur nervig (z.B. rund um den nicht gerade gesetzestreuen Polizisten Toni aka „verf… Sch…“, andere wiederum wahnsinnig spannend (z.B. die Entführung von Hannah und ihres Babys Millie). Teilweise ist es wirklich sehr blutrünstig, allerdings schon so dermaßen ekelhaft, dass es sich außerhalb meiner Vorstellungskraft bewegt und es mich daher nicht wirklich geängstigt hat.
Das Ende ist offen – kleinere Geschichten werden aufgelöst, eine größere allerdings nicht. Diese bezieht sich auf den Anfang des Buches, der bis dato überhaupt nicht zur restlichen Story passt. „Drecksspiel“ schreit somit nach einer Fortsetzung.

Ich habe lange überlegt, ob ich für dieses Buch 3 oder 4 Sterne vergeben soll. Spannend und gut lesbar war es definitiv, aber die hier schon oft erwähnte, künstlich und überzogen wirkende Gossensprache und auch die vielen Personen, die mir teilweise doch zu oberflächlich dargestellt sind, bewegen mich dazu, „Drecksspiel“ solide 3 Sterne zu geben. Durch die ständig wechselnden Handlungsstränge und die vielen Personen wird der Lesefluss leider zu oft unterbrochen, weil man erstmal überlegen muss „Wer war das nochmal?“ (es gibt allerdings ein Personenverzeichnis). Ich denke, für die Fortsetzung sollte der Autor sich vielleicht das Prinzip „Weniger ist mehr“ zu Herzen nehmen.