Die Wahrheit, wie Delly sie sieht – Katherine Hannigan

Ein Jugendbuch nicht nur für Jugendliche

Fester Einband
14,90 Euro 
  280 Seiten 
Erscheinungsdatum: 03. Februar 2014
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Worum geht´s?
Die elfjährige Delly ist ein besonderes Mädchen: sie nimmt kein Blatt vor den Mund, kümmert sich nicht darum was andere von ihr denken und zieht Ärger jeglicher Art magisch an. Bis Ferris in die Klasse kommt. Ferris ist auch anders: Sie spricht nicht und will nicht berührt werden. Alle respektieren das, nur Delly will wissen, warum. Doch sie muss erst lernen, Ferris’ Schweigen zuzuhören, bis diese sich öffnet. Als es geschieht, ist es die größte Überraschung, die Delly je erlebt hat. Und der Beginn einer großen Freundschaft.
Cover und Titel:
Der Titel „Die Wahrheit, wie Delly sie sieht“ macht definitiv neugierig, da er impliziert, dass es im Buch um ein Mädchen und dessen sepzielle Beziehung zur Wahrheit geht. Das Cover zeigt ein Mädchen, dass rücklings an einem Ast hängt und lässt einen leichten, lustigen Roman vermuten. Doch das trifft nur zum Teil zu…
Mein Eindruck:
Der erste Abschnitt erinnerte mich stark an Michel aus Lönneberga 🙂 Sehr sympathisch! Delly ist ein Mädchen, das eigentlich am laufenden Band Ärger macht. Dabei ist sie nicht absichtlich böse. Sie meint es ja nur gut. Eben wie Michel. Ein besonderes Highlight ihres Charakters sind ihre Wortneuschöpfungen wie z.B. „Überraschenk“ (ein Geschenk, das gleichzeitig eine Überraschung ist). Diese Neologismen zeugen von einer außerordentlichen Kreativität der Autorin und ich könnte mir vorstellen, dass viele junge Leser des Buches einige von Dellys Wortneuschöpfungen in ihren Sprachgebrauch übernehmen. Am Ende des Buches gibt es sogar ein Wörterverzeichnis der Neologismen mit jeweiliger Erläuterung. Als Delly Ferris kennenlernt und sich beide langsam anfreunden, verändert dies Delly grundlegend. Ferris zeigt ihr, dass man nicht immer Verbotenes anstellen muss, um Spaß zu haben.
Während die erste Hälfte des Buches den Leser oft zum Lachen bringt, gewinnt die Geschichte ab der Mitte erheblich  an Tiefgang. Dieser geht soweit, dass ich mich gefragt habe, ob elfjährige Kinder dieses Buch wirklich schon lesen sollten. Ein kleiner Kritikpunkt, der allerdings nicht wirklich schwer ins Gewicht fällt, sind die vielen ungewöhnlichen Namen der handelnden Personen im Buch. Ich als Erwachsene hatte am Anfang schon Schwierigkeiten mir alle zu merken. Ich kann mir vorstellen, dass es für junge Leser ähnlich schwierig ist.
Nichtsdestotrotz ist „Die Wahrheit, wie Delly sie sieht“ ein kluger, unterhaltsamer und berührender Roman, den ich nicht nur Jugendlichen empfehlen kann.

Vielen Dank an das Team von vorablesen.de und den Carl Hanser Verlag für dieses Rezensionsexemplar.