Die Känguru Offenbarung – Marc-Uwe Kling

„Sie müssen verstehen, Flughäfen sind die Versuchslaboratorien unserer Gesellschaft,…“

Taschenbuch
  9,99 Euro 
  384 Seiten 
Erscheinungsdatum: 10. März 2014
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„(…) Dort wird ausgetestet, was sich die Menschen alles bieten lassen. Ein Schluck Wasser für fünf Euro. Schuhe ausziehen und sich von Fremden betaschen lassen. Hundert Euro extra, weil der Koffer einen Zentimeter zu groß ist. Die Leute akzeptieren wirklich viel.“ (aus „Die Känguru-Offenbarung“)
 
Worum geht´s?
Endlich: Es geht weiter! Nach dem Manifest folgt die Offenbarung! Hier kommt die fulminante Fortsetzung der Fortsetzung: Das Beuteltier und der Kleinkünstler auf der Jagd nach dem mysteriösen Pinguin. Haltet euch bereit: »Dies ist die Offenbarung des Kängurus, dem Asozialen Netzwerk zu zeigen, was in der Kürze geschehen soll; und sie wurde gesandt durch eine E-Mail zu seinem Knecht Marc-Uwe, der bezeugt hat das Wort des Kängurus und das Zeugnis vom Asozialen Netzwerk, was er gesehen hat. Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung, denn die Zeit ist nahe.« Halleluja.

Cover und Titel:

Das Cover reiht sich perfekt in das der „Känguru“-Reihe ein. Es ist ähnlich gestaltet wie die „Chroniken“ und das „Manifest“ und bildet mit den beiden Büchern eine schöne Einheit. Der Titel des dritten Bandes „Die Känguru-Offenbarung“ passt ebenfalls in die Trilogie und legt nahe, dass es sich bei diesem Band um den letzten handelt. Ich bin gespannt, ob Marc-Uwe Kling es bei dieser Trilogie belässt. 
Mein Eindruck: 
Ich war lange nicht mehr so gespannt auf ein Buch wie auf die „Känguru-Offenbarung“. Nachdem ich – ohne seine Bücher zu kennen – bei einer Lesung von Marc-Uwe Kling war, bei der auch Texte aus diesem Buch vorgestellt hat, habe ich mir sofort die ersten beiden Bände gekauft. Diw „Känguru-Chroniken“ fand ich richtig gut, das „Känguru-Manifest“ hingegen hat meinen Geschmack nicht so getroffen. Umso neugierig war ich nun auf Teil 3- wird er an die ersten Erfolge anknüpfen können? Oder doch eher enttäuschen wie der zweite Band? Die Leseprobe war vielversprechend und auch insgesamt konnte Marc-Uwe Kling mir wieder sehr oft ein belustigtes Glucksen entlocken. Das Buch ist in sehr viele Unterkapitel unterteilt, die zwar für sich eine abgeschlossene Episode sind, aber trotzdem chronologisch gelesen werden sollten. Mit viel Sarkasmus und Humor übt Kling nicht nur Gesellschaftskritik im Allgemeinen, sondern nimmt auch die Literatur- und Filmwelt auf´s Korn und dies auf eine sehr intelligente Art und Weise. Ich mag eigentlich wirklich keine humorvollen Bücher, aber Kling schafft es einfach, mich mit seinem intelligenten und teilweise auch abgedrehten Humor, seinen verrückten Ideen und kleinen Anspielungen gut zu unterhalten.
Auf das Ende war ich sehr gespannt. Wird es einen Hinweis auf einen 4. Teil geben? Ich konstatiere: das Ende ist perfekt und auch wenn ich Klings Bücher mag, hoffe ich, dass es keinen 4. Teil geben wird, denn so und nicht anders sollte die Geschichte vom Kleinkünstler und „seinem“ kommunistischen Känguru enden.
Mein Fazit: „Die Känguru-Offenbarung“ ist ein guter Abschluss der „Känguru“-Trilogie, der kurzweilige, humorvolle Unterhaltung bietet. Einziger Kritikpunkt: für meinen Geschmack stehen in diesem Band der Antagonist (der Pinguin, der schon aus Teil 2 bekannt ist) und das Asoziale Netzwerk zu sehr im Mittelpunkt, deshalb ziehe ich einen Bücherstapel ab.
Vielen Dank an den Ullstein Verlag und vorablesen.de für dieses Rezensionsexemplar!