Das Licht zwischen den Meeren – M.L. Stedman

Holpriger Anfang – perfektes Ende

Ich muss sagen, mir fiel der Einstieg in das Buch etwas schwer. Die vielen geografischen Informationen haben mich etwas gelangweilt und ich konnte mich irgendwie trotz der detaillierten Darstellung von Zeit und Ort in die Situation einfühlen. Der Einstieg ist die Story kam dann relativ unvermittelt, was mich erst etwas irritiert hat. Alles war so lieblos dargestellt. Tom und Isabel finden in einem gestrandeten Boot ein Baby und dann heißt es: „Hach, ein Baby. Wie schön. Lass es uns behalten.“ Doch nach ca. 40 Seiten geht die Geschichte eigentlich erst richtig los und alles wird von vorn aufgerollt: Das Kennenlernen von Isabel und Tom, wie sie gemeinsam auf die Insel Janus gehen und dort ihr Eheleben beginnen. Isabel hat im Laufe der Jahre zwei Fehlgeburten und schließlich die dritte, besonders schlimme, bei der sie das Baby im 7. Monat tot gebärt. 2 Wochen später strandet ein Boot mit einem toten Mann und einem lebendigen Baby an der Insel, auf der nur die beiden leben und sie nehmen es als Wink des Schicksals, dass Gott ihnen ein Baby schenkt, nachdem sie gerade eines verloren haben. Tom hat die ganze Zeit schlimmere Gewissensbisse als Isabel, lässt sich aber von ihr überreden, das Baby zu behalten und als ihres auszugeben.
Als sie nach 2 Jahren mit der knapp zweijährigen Lucy in Isabels Heimat zurückkehren, erfahren sie, dass Lucys Mutter noch lebt und nur noch ein Schatten ihrer selbst aus Kummer über den Verlust von Mann und Kind ist. Tom ist unglaublich verzweifelt und will die Sache unbedingt aufklären. Isabel hat natürlich Angst „ihre“ Tochter zu verlieren und hält ihn davon ab. Von da an überschlagen sich die Ereignisse förmlich. 
Die Autorin schafft es, dass man sich in jeden Charakter hineinversetzen kann und irgendwie mit allen sympathisiert. Das finde ich besonders faszinierend. Jeder der Protagonisten  (Hannah, Tom und Isabel) hat seine Gründe für sein Handeln, die für sich allein betrachtet, durchaus nachvollziehbar sind. Normalerweise symphatisiert man beim Lesen einer Geschichte immer mit einer bestimmten Person. Dies war bei „Das Licht zwischen den Meeren“ nicht der Fall. 
Das Ende ist wirklich fantastisch! So und nicht anders muss die Geschichte ausgehen. Ich bin unheimlich froh, dass die Autorin es in Sachen „Happy Ende“ nicht übertrieben hat. 
Insgesamt vergebe ich trotz des holprigen Einstiegs in die Geschichte 5 Sterne, da mich dieser Roman einfach unglaublich berühert hat.