Alles voller Himmel – Patricia Koelle

Nach dieser Lektüre weiß man das eigene Leben zu schätzen



Dieses Buch ist anders. Ich weiß auch gar nicht so recht in welche Kategorie es sich einordnen lässt. „Alles voller Himmel“ ist Liebesroman, Ratgeber, medizinisches Sachbuch, Autobiographie und Poesie in einem. 
Die Tatsache, dass der Roman augenscheinlich sehr autobiographisch geprägt ist, machte mich besonders neugierig. Er handelt von der Protagonistin Fia, die über eine Kontaktanzeige in einer Zeitung Jono kennenlernt, der aufgrund einer Muskelerkrankung im Rollstuhl sitzt. Ziemlich schnell wird klar, dass beide scheinbar füreinander bestimmt sind. Jonos Lebensmut steht im krassen Gegensatz zu Anthonys Verhalten. Anthony ist Fias Brieffreund und aufgrund einer schweren Krankheit hat er eigentlich schon mit dem Leben abgeschlossen. Für Fia ist er ihr bester Freund, von dem sie viel gelernt hat und mit dem sie sich über Gott und die Welt austauschen kann, aber sie merkt auch, dass Jonos lebensbejahende Haltung ihr selbst unheimliche Kraft gibt. 
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir schwer. Einige Details erschienen mir fragwürdig bzw. zu oberflächlich dargestellt (plötzlicher Krankenhausaufenthalt Fias, der nur nebenbei erwähnt wird). Man merkt Fia außerdem kaum Zweifel oder Sorgen an, die ihre Zukunft mit Jono bzw. Anthonys Gesundheitszustand betreffen.
Berührt haben mich allerdings die vielen Metaphern im Roman, die teilweise so schön sind, dass man sie sich sofort irgendwo notieren muss. Ab und an sind auch Zeichnungen abgedruckt, die in der Geschichte eine Rolle spielen. Diese unterstreichen natürlich die Authentizät des Geschrieben. 

Insgesamt ist „Alles voller Himmel“ ein Roman, der den Leser dazu bringt, über das eigene Leben nachzudenken und vor allem sich wieder mal bewusst zu werden, wie gut es einem eigentlich geht. Um mich richtig zu berühren, hat mir an manchen Stellen einfach noch mehr Tiefgang gefehlt. Deshalb 3 von 5 Sternen.