|Rezension| Alles aus Liebe – Liane Moriarty

Ein Buch über die verschiedenen Facetten der Liebe

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copyright: Bastei Lübbe

Taschenbuch

8,99 Euro
496 Seiten
Erscheinungsdatum: 20. Dezember 2013
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Worum geht´s?

Ellen ist überglücklich, seit sie mit Patrick zusammen ist. Optimistisch blickt sie in eine gemeinsame Zukunft, schmiedet Pläne und träumt von einer eigenen Familie. Auch Patrick ist bis über beide Ohren in Ellen verliebt. Doch über der Beziehung schwebt der Schatten von Patricks verstorbener Ehefrau Colleen. Sie war seine ganz große Liebe. Wie soll Ellen nur gegen die perfekte Erinnerung ankommen? Sie setzt alles daran, Patrick zu halten und ihm die Geborgenheit zu geben, die er braucht. Doch bald stellt sich heraus: Colleen ist nicht die Einzige, die die junge Liebe bedroht.

Cover und Titel

Titel und Cover lassen eine seichte Liebesgeschichte vermuten. Doch „Alles aus Liebe“ ist alles andere als das. Natürlich geht es um Liebe, aber vor allem geht es um die Psyche einzelnener Charaktere und deren Umgang mit der Liebe. Ich finde es schade, dass man von Titel und Cover nicht wirklich auf den Inhalt schließen kann und manch einer das Buch vielleicht gar nicht in die Hand nimmt, weil er eben nur eine seichte Liebesromanze erwartet. Wobei der Titel ja gar nicht so unpassend ist. Am Cover sollte man allerdings arbeiten. Der Originaltitel „The Hypnotist’s Love Story“ ist an sich zwar auch passend, aber drückt auch in keinster Weise aus, um was es in dem Buch eigentlich geht.

Mein Eindruck

Mein erster Gedanke war „Oh mein Gott, so ein Wälzer.“. Bei solch umfangreichen Romanen habe ich immer die Befürchtung, dass er mich streckenweise langweilt. Dies war jedoch bei „Alles aus Liebe“ überhaupt nicht der Fall. Der Roman ist so perfekt konstruiert, dass er bis zum Schluss spannend bleibt. Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat, dass mit dem Inhalt des jeweiligen Kapitels zu tun hat. Dabei sind dies aber keine Zitate von berühmten Personen, sondern fiktive Zitate der Protagonisten. Dieses Stilmittel hat mir wirklich gut gefallen. Ebenfalls zur gesteigerten Spannung trägt der Perspektivwechsel in den Kapiteln bei: Neben dem in der dritten Person erzähltem Handlungsstrang über Ellen kommt auch immer Saskia zu Wort, die ihre Erlebnisse aus der Ich-Perspektive schildert. Das führt dazu, dass man sich trotz ihres offensichtlich inakzeptablen Verhaltens in sie hineinversetzen kann. Sie ist mir regelrecht ans Herz gewachsen. Und ich mag es sehr, wenn Charaktere so zwiespältig sind und man nicht klar kategorisieren kann „Der ist böse und der ist gut.“ Aber auch Ellens Gefühle werden trotz der Schilderung in der 3. Person gut vermittelt. Gelungen fand ich auch wie die Autorin das Thema „Hypnotherapie“ hat einfließen lassen- das war teilweise sehr viel Faktenwissen, was dem Buch nur noch mehr Authentizität verliehen hat.
Ich war wahnsinnig gespannt wie der Roman endet und hatte gewisse Vorstellungen wie ich mir das Ende wünschen würde- es sollte meines Erachtens vor allem eins sein: glaubwürdig! Die Autorin hat es geschafft, mich mit einem zutiefst zufriedenen Gefühl das Buch zuklappen zu lassen. So und nicht anders muss das Ende sein.
Mein Fazit: „Alles aus Liebe“ ist ein Roman, der verschiedene Formen der Liebe und den damit verbundenen Problemen authentisch darstellt und außerdem einen tiefen Einblick in die Psyche verschiedener Charaktere gibt.
bewertung5
Vielen Dank an Blogg dein Buch und Bastei Lübbe für dieses Rezensionsxemplar!