Alice, wie Daniel sie sah – Sarah Butler

„Ten things I’ve learnt about love“

Broschiert:  14,99 Euro 
Ebook: 12,99 Euro
  320 Seiten 
Erscheinungsdatum: 03. März 2014
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Worum geht´s?
Für den obdachlosen Daniel ist jeder Buchstabe mit einer Farbe verbunden. Seit Jahren streift er durch London und sammelt Papierschnitzel und andere achtlos weggeworfene Dinge in den Farben, die den Namen seiner Tochter bilden: Eisblau für A, Gold für L, Rosa für I, Dunkelblau für C, Grau für E – Alice. Daraus formt er kleine Kunstwerke, die er für sie in der Stadt verteilt. Daniel hat seine Tochter noch nie getroffen. Bis ihm der Zufall eines Tages ihre Adresse zuspielt.
Cover und Titel:
Das Cover ist einfach nur ein Traum und für mich persönlich das schönste bisher im Lesejahr 2014. Ich mag einfach alles daran: das Titelbild, den Titel und die Schriftart dessen. Es wird sofort ein Gefühl von Freiheit vermittelt, durch die junge Frau mit den ausgestreckten Armen im Vordergrund und die Silhouette Londons im Hintergrund. Eigentlich denkt man ja bei dem Titel und dem Cover sofort an eine Liebesgeschichte, in der Alice und Daniel die Liebenden sind, aber dieser Eindruck täuscht… 
Und noch ein Wort zum Titel: Wie so oft, gefällt mir der Originaltitel „Ten things I’ve learnt about love“ um Längen besser als die deutsche „Übersetzung“, weil er so viel mehr ausdrückt… Allerdings vermutet man natürlich bei dem Titel erst recht einen Liebesroman, so dass der deutsche Titel wenigstens nicht ganz so in die Irre führt.

Mein Eindruck: 
Die Geschichte von Alice und Daniel ist eine so besondere, dass man beim Lesen nicht (wie so oft) das Gefühl hat, dass alles schon mal irgendwie gelesen zu haben. Sie wird abwechselnd von beiden aus der Ich-Perspektive erzählt, wobei jedem Kapitel eine „10 Dinge, die…“-Liste vorangestellt ist. Dieses Stilmittel hat mir unheimlich gut gefallen, weil diese 10 Punkte oftmals so viel mehr über Alice und Daniel verraten haben, als der Text, der danach folgte. Schade fand ich allerdings, dass darauf nicht weiter eingegangen wurde. Diese Listen sind wohl eher als Zusatzinformationen über die Personen zu verstehen, die im jeweilig nachfolgenden Kapitel keine große Rolle spielen.
„Alice, wie Daniel sie sah“ ist ein leises Buch- keines, was man Seite für Seite vor Spannung verschlingen möchte, sondern eines, wo man manche Sätze ein zweites Mal liest und länger über sie nachdenkt („Wenn man lange genug still an einem Ort stehen bleibt, kann man anfangen sich zu Hause zu fühlen.“ S. 315). Und auch wenn es kein Liebesroman im eigentlichen Sinne ist, geht es um Liebe, nämlich vergangene, verbotene und heimliche Liebe- zwischen Vater und Tochter, zwischen Eltern, zwischen Geschwistern und letztlich auch um die Liebe im eigentlichen Sinne: zwischen Mann und Frau.
Ich hatte leider das Gefühl, dass die Autorin ihre Prioritäten falsch gesetzt hat, zumindest was Daniel angeht. Anstatt sich in ewig langen London-Beschreibungen zu verlieren („Ich ging in die Straße, dann bog ich die Straße ab und an dem und dem Gebäude ging ich wieder links,..“), die mich wirklich gelangweilt haben, hätte sie Daniels Charaker und vor allem seine Eigenschaft Buchstaben mit Farben zu verbinden, besser herausarbeiten sollen. Bis zuletzt bleibt unklar, was eigentlich dahintersteckt.
 
Mein Fazit:
Die Idee des Romans ist unheimlich kreativ und wunderschön, die Umsetzung hat jedoch Schwächen. Während Alice absolut glaubwürdig und für den Leser greifbar war, bleiben bei Daniels Charakter viele Fragen offen. Trotzdem mochte ich die Grundidee des Romans, in dem Sarah Butler über das Leben im Allgemeinen und die Fehler, die man gemacht hat und eventuell später bereut, philosophiert.

 
Vielen Dank an den Droemer Knaur und vorablesen für dieses Rezensionsexemplar!
  • Das Buch habe ich bei einer Leserunde von Lovelybooks gewonnen!! Ich freue mich schon sehr drauf 🙂
    Ganz liebe grüße, Vivien von l0ve-life

    • Huhu Vivien,
      das ist ja super 🙂 Ich find ja, alleine wegen dem Cover gehört es wirklich in jedes Bücherregal. Ich bin gespannt wie du es findest und kann die Rezi auf deinem Blog kaum erwarten.

      Liebste Grüße
      Evi